rezension zu
dario pizzano
"eXzess - meine zwei leben"
Spannend.-Welche Offenheit.- Gott sei Dank.
„"Als ich Gott erkannte, wurde ich Mensch." Diese Aussage des Autors, dario pizzano, hat mich zutiefst getroffen, nachdem ich den Bericht über sein ausschweifenden Lebens gelesen hatte.
Das ganze Buch ist gekennzeichnet durch eine ehrliche Offenheit und eine glaubwürdige Echtheit. Tief hat mich die Namenswahl zur Firmung berührt: Paulus. (Nebenbei: Der Name Augustinus wäre ebenfalls passend gewesen.)
Dank sei Gott, dessen Wirken spürbar und sichtbar geworden ist im Leben des Autors. In meiner Besprechung werde ich das Buch wärmstens zur Lektüre empfehlen.”
Augustin, Droemer Knaur Site
Glaube. Bildung. Leben .
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Montag, 14. Juni 2010
Rezension Andreas Schwaderlapp
dario pizzano
eXzess meine zwei leben
Eine Rezension von Andreas Schwaderlapp
Ein kleiner Junge, der von den furchtbaren Streitereien der Eltern, von ihrer Trennung, von immer neuen "Vätern" traumatisiert wird - ein 13jähriger Jugendlicher, der von zuhause abhaut und eine eigene Wohnung nimmt, und der in Diskos, Drogen und Sex das Abendteuer sucht und findet - ein junger Mann, der als erfolgreicher Event Manager jahrelang "auf der Überholspur" lebt - und ein immer noch junger Mann, dem Gott begegnet, der seinen Traum vom Leben ganz neu findet und diesen Traum in seinem Alltag umsetzt...
dario pizzano erzählt seine Lebensgeschichte so spannend, so offen, so schonungslos gegenüber sich selbst, dass es einen erschüttert. Das Buch hat mir Einblicke in Abgründe unserer Gesellschaft gegeben, die mir als bürgerlichem Menschen verborgen waren. Es hat mir wichtige Aspekte meines eigenen Lebens gezeigt, die ich übersehen oder verdrängt hatte. Und es hat mir Mut gemacht: Jeder kann sein Leben ändern und es so leben, wie Gott es geträumt hat.
Andreas Schwaderlapp, Bonn
eXzess meine zwei leben
Eine Rezension von Andreas Schwaderlapp
Ein kleiner Junge, der von den furchtbaren Streitereien der Eltern, von ihrer Trennung, von immer neuen "Vätern" traumatisiert wird - ein 13jähriger Jugendlicher, der von zuhause abhaut und eine eigene Wohnung nimmt, und der in Diskos, Drogen und Sex das Abendteuer sucht und findet - ein junger Mann, der als erfolgreicher Event Manager jahrelang "auf der Überholspur" lebt - und ein immer noch junger Mann, dem Gott begegnet, der seinen Traum vom Leben ganz neu findet und diesen Traum in seinem Alltag umsetzt...
dario pizzano erzählt seine Lebensgeschichte so spannend, so offen, so schonungslos gegenüber sich selbst, dass es einen erschüttert. Das Buch hat mir Einblicke in Abgründe unserer Gesellschaft gegeben, die mir als bürgerlichem Menschen verborgen waren. Es hat mir wichtige Aspekte meines eigenen Lebens gezeigt, die ich übersehen oder verdrängt hatte. Und es hat mir Mut gemacht: Jeder kann sein Leben ändern und es so leben, wie Gott es geträumt hat.
Andreas Schwaderlapp, Bonn
Mittwoch, 9. Juni 2010
Rezension von David Müller / Charisma Shop
Mitten im Exzess Gott begegnet
Exzess - Meine zwei Leben
Dario Pizzano ist DER angesagte Eventmanager in der Nähe von Göttingen. Nebenher aber auch Scheidungskind, alkohol- und drogenabhängig, Vater zweier Kinder von zwei Frauen, die beide nicht mehr bei ihm wohnen – und: Gott begegnet ihm aus „heiterem Himmel“.
In diesem Buch beschreibt Dario die Stationen seines Lebens aufrichtig und erschütternd. Durch geschickte und wohltuende Zeitsprünge sieht der Leser die abgrundtiefen Dramen aus der Gegenwart. Dies verstärkt die zutiefst positive Grundaussage des Buches.
Es hat mich sehr berührt, wie anfassbar die Geschichte ist. Es kam mir fast vor, als würde ich dario pizzano persönlich kennen. (Zugegeben: Wir sind ja auch ungefähr gleich alt.)
Hier schreibt kein christlich-fromm-abgeklärter Mensch über sein böses „damals“. Die Geschichte spielt auch weder in einer amerikanischen noch in einer asiatischen Kultur.
Nein, der Autor denkt, spricht und sündigt in Deutsch. Und genau dort erlebt er eine unvorhergesehene, unendlich kraftvolle Begegnung mit Gott.
Dieses Buch ist nicht nur zur eigenen Ermutigung. Es ist vor allem auch für die Generation der heute 30 – 40jährigen, die mit voller Geschwindigkeit, aber doch meist ziellos unterwegs sind.
Bitte unbedingt verschenken. Du könntest Leben retten!
David Müller
http://blog.charisma-shop.de/2010-06-09/mitten-im-exzess-gott-begegnet/
Exzess - Meine zwei Leben
Dario Pizzano ist DER angesagte Eventmanager in der Nähe von Göttingen. Nebenher aber auch Scheidungskind, alkohol- und drogenabhängig, Vater zweier Kinder von zwei Frauen, die beide nicht mehr bei ihm wohnen – und: Gott begegnet ihm aus „heiterem Himmel“.
In diesem Buch beschreibt Dario die Stationen seines Lebens aufrichtig und erschütternd. Durch geschickte und wohltuende Zeitsprünge sieht der Leser die abgrundtiefen Dramen aus der Gegenwart. Dies verstärkt die zutiefst positive Grundaussage des Buches.
Es hat mich sehr berührt, wie anfassbar die Geschichte ist. Es kam mir fast vor, als würde ich dario pizzano persönlich kennen. (Zugegeben: Wir sind ja auch ungefähr gleich alt.)
Hier schreibt kein christlich-fromm-abgeklärter Mensch über sein böses „damals“. Die Geschichte spielt auch weder in einer amerikanischen noch in einer asiatischen Kultur.
Nein, der Autor denkt, spricht und sündigt in Deutsch. Und genau dort erlebt er eine unvorhergesehene, unendlich kraftvolle Begegnung mit Gott.
Dieses Buch ist nicht nur zur eigenen Ermutigung. Es ist vor allem auch für die Generation der heute 30 – 40jährigen, die mit voller Geschwindigkeit, aber doch meist ziellos unterwegs sind.
Bitte unbedingt verschenken. Du könntest Leben retten!
David Müller
http://blog.charisma-shop.de/2010-06-09/mitten-im-exzess-gott-begegnet/
Montag, 7. Juni 2010
Rezension aus Österreich zu "eXzess" von vision2000
Eine Gottesbegegnung, die das Leben eines 30jährigen umkrempelt
Absturz in den Himmel
Von Urs Keusch
Das sind die schönsten Wunder Gottes: Wenn in die Nacht, in die Verzweiflung, ja, in die Hölle eines Menschen das Licht der Liebe Gottes einbricht, machtvoll, ein Blitz aus heiterem Himmel, unverdient – reine Gnade.
Neulich kam ein Buch heraus, das eine solche Geschichte erzählt, die Geschichte von Dario Pizzano: 1974 geboren lebte er im Eichsfeld. Nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann war er Eventmanager und DJ. Eines Tages macht er eine überwältigende Gotteserfahrung, studiert daraufhin katholische Theologie und arbeitet heute in der Erwachsenenbildung. Was er mit Gott erlebt hat und was diesem Erlebnis vorausgegangen ist, schildert ein empfehlenswertes Buch, das sich besonders für junge Menschen eignet.
Dario Pizzanos Leben kennt lange nur die Extreme: Sex, Drugs und Rock’n Roll – ein Leben auf der Überholspur. Nach außen ist es glamourös, erfolgreich, doch eigentlich ist er immer nur auf der Suche nach dem nächsten Kick: „Ich wollte berühren, fühlen, Schmerz empfinden, Grenzen überschreiten, daher wohl meine Sucht nach Anerkennung, nach Sex und körperlichen Grenzerfahrungen. Musik durfte nicht leise sein, sie mußte bis zur Schmerzgrenze gehen, Alkohol saufen, bis der Arzt kommt... Ab in den Flieger, ab nach Mallorca, ab nach Ibiza, ab nach Napoli! Ab auf den nächsten Trip. Alkohol, Drogen. Partys. Frauen. Immer sollte es irgendwo noch heftiger sein.“
Am 28. November 2005 fährt Dario Pizzano mit dem Auto auf der Landstraße von Seeberg nach Hause. Da geschieht etwas, was vor ihm schon Paulus und andere Menschen erlebt haben: die Barmherzigkeit, die Gnade, den völlig unverdienten, überraschenden Einbruch der erbarmenden Liebe Gottes in sein Leben. Dario nennt es „Absturz in den Himmel“.
Er hält seinen Wagen an; was er damals erlebt hat, bringt er in dieses Gestammel:
„Vielleicht 20 Minuten lang: Wärme und Licht. Wärme und Licht. Liebe. Wärme und Licht. Liebe. Immer neu. Immer anders. Immer stärker. Nicht zu vergleichen mit Drogen. Keine Entfremdung. Kein Rausch. Ich bin ganz bei mir, bin bei mir, wie ich nie in meinem Leben bei mir war. Es ist ganz klar, ganz stark. Dieses Einströmen von etwas Wunderbarem. Meine innere Bitterkeit verfliegt, meine Härte zerbröselt, mein Eispanzer bricht innerhalb nur einer Sekunde. Ich heule mein ganzes Leben raus, den ganzen schrägen Film. Alle Schleusen gehen auf. Es ist so unglaublich, so unbeschreiblich schön. – Plötzliches Wissen, spontane Gewißheit: Es gibt Gott! Er sieht mich. Er ist da!“
Dario Pizzano schreibt sein Leben auf und legt uns nun in Buchform vor: Exzess. Meine zwei Leben. Er schreibt vor allem für seine jungen Freunde, „für Euch und für unsere ganze Generation, die wir gemeinsame Erfahrungen machten – mit unserer Sehnsucht nach Nähe und neuen Formen des Umgangs miteinander, mit Drogenexperimenten, mit Musik, die zu einem vollkommenen Ausdruck unseres Selbst wurde, mit wildem, wahllosen Sex und tastenden Suchereien nach Liebe und Angesehenwerden.“
Und er will ihnen vor Augen führen, was für ein unendliches Geschenk ihm Gottes barmherzige Liebe gemacht hat: „Ich bin heute ein Mensch, der sich wie neugeboren fühlt, weil er ein wärmendes Licht im Herzen spürt, das still und kraftvoll brennt und mir Kraft ohne Ende gibt. Wenn Ihr dieses Licht auf die Waagschale legt und auf die andere Seite alle sexuellen Abenteuer, alle Trips und alle euphorischen Zustände, die ich je in meinem Leben erfahren habe – und Ihr wißt alle: das waren eine Menge –, dann würde ich keine Sekunde zögern und nach dem Licht greifen.“ Gott ist tatsächlich der barmherzige Vater...
Was Dario Pizzano erlebt hat – diesen „Absturz in den Himmel“ –, das möchte Gott auch allen anderen Menschen schenken, denen es so oder ähnlich ergeht wie ihm, vor allem den jungen und verführten Menschen heute, die Opfer sind einer unaufhaltsamen Flut der Verunreinigung, des Gemeinen, des Dämonischen. „Ich bin heute ein Mensch, der sich wie neugeboren fühlt“, sagt Dario Pizzano von sich. Sich neugeboren zu fühlen, das ist vielleicht das tiefste Bedürfnis der menschlichen Seele. Immer suchen wir die verlorene Reinheit unseres Herzens wieder. Und wir finden sie nur, wenn der Erlöser auch in unser Totenreich hinabsteigt und uns seine eigene Reinheit und Heiligkeit schenkt.
Der normale Weg zu dieser Erfahrung ist für uns Christen das Sakrament der heiligen Beichte. Also ging Dario Pizzano zu einem Priester und sagt ihm: „ Mein Leben ist eine einzige Katastrophe.“ Er legt eine Lebensbeichte ab und macht die Erfahrung: „Gott zeigte sich mir in Wahrheit als der wahre Vergeber und Versöhner. Gott ist tatsächlich der barmherzige Vater, der mich ohne alle Bedingung annimmt und mir alle Schuld verzeiht, so daß sie wirklich aus der Welt ist.“
Aber damit war es nicht getan, wie Dario es sich erhofft hatte und wie viele Menschen glauben, die eine Bekehrung erlebt haben. Vielmehr beginnt nun ein steiler und steiniger Weg. Er schreibt: „Abstieg war angesagt – und ich wollte doch zu neuen Ufern aufbrechen, wollte nichts mehr wissen von allem, was hinter mir lag… Familienschuld wurde endlich aufgedeckt. Alle sind und waren Opfer und Täter in einem. Alle. Mein Vater war das Opfer seines Vaters. Meine Mutter das Opfer ihrer Mutter. Meine Schwester war das Opfer ihres Vaters. Und so weiter. Und weil wir Opfer waren und mit unserer Opferrolle nicht umgehen konnten, taten wir uns und anderen großes Leid an, wurden zu aktiven Tätern, die sich in diesem Pingpong des Irrsinns neue Opfer suchten…“
Es beginnt ein langer, schmerzhafter Weg der Aufarbeitung seiner Lebensgeschichte. Dario bittet die Menschen, an denen er schuldig geworden ist, um Vergebung. Den vollständigen Ausstieg aus seiner Drogen- und Tablettenabhängigkeit und aus seiner schweren Depression schafft er nicht ohne therapeutische Hilfe. Ja, er erfährt gerade in der Hilfe durch andere Menschen Gottes Fürsorge und Nähe.
Bedenkenswert ist auch, was Dario nach dieser heilenden Got?teserfahrung vom neuen Umgang mit seiner Geschlechtlichkeit sagt: „Die Veränderung meiner sexuellen Praxis und meiner sexuellen Einstellungen ist vielleicht der fühlbarste Unterschied zu früher. Ich ekle mich mittlerweile regelrecht vor Pornografie oder auch Selbstbefriedigung… Sexualität ist nur mit Liebe wirklich erfüllend. Voller Sex braucht die volle Liebe, der Rest ist vom Teufel. Was habe ich nur selbst erlebt und was habe ich an der Theke für Geschichten gehört von One-Night-Stands, Betrügereien und ihre Folgen!... Welch ein schreckliches Elend! Welch ein Preis für die schnelle Nummer! Das mache ich nie, nie mehr… Mit meiner Uta werde ich das erst haben, wenn ich vor dem Altar für immer ja zu ihr sage. Das ist für uns beide überhaupt nicht schwer. Wahre Liebe wartet. Das habe ich endlich kapiert.“
Nicht weniger erfrischend ist, was Dario Pizzano nun über die Familie schreibt, die er vorher als Einrichtung für Spießer gehalten hatte: „Die familiären Bindungen, die vorhandene oder fehlende Liebe, das geschenkte oder entzogene Vertrauen, sind das nicht die psychischen Bausteine, auf denen sich stabiles, gesundes, starkes Leben aufbaut? Liebe – das ist es doch, was die Menschen ihr Leben lang suchen. Das einzige Ziel, für das es sich zu leben lohnt. Der einzige authentische Antrieb. Liebe! Was ist eine intakte Familie? Die einzige Lebensform, so denke ich heute, in der wir einander gerecht werden können… Eine intakte, liebevolle Familie ist der wahre Nährboden für gesunde und selbstbewußte Menschen.“
Das Buch ist auch darum sehr empfehlenswert, weil heute nicht wenige junge, aber auch ältere Menschen ähnliche Erfahrungen machen wie er. Sie erleben unerwartet – meist in einer Lebenskrise – die liebevolle Wirklichkeit Gottes und machen dabei umwerfende Erfahrungen. Dann meinen leider viele, es sei nun alles getan, von jetzt an sei endloses Schweben angesagt. Doch dies erweist sich als Irrtum und führt bei vielen zur Entmutigung. Der hl. Franz von Sales sagt dazu: „Gewöhnlich geschieht Genesung des Leibes wie der Seele nur allmählich, Schritt für Schritt, von Stufe zu Stufe, mit großem Aufwand an Mühe und Zeit… Das Bemühen um Reinigung unserer Seele kann und soll nur mit unserem Leben ein Ende finden“. Auch zu diesem geduldigen und beharrlichen Weg möchte das Buch alle ermutigen, die mit ihrer Vergangenheit noch nicht fertig geworden sind. Sind wir das überhaupt je?
exzess. Meine zwei Leben. Von Dario Pizzano, Pattloch, 271 Seiten, 16,99 Euro
Absturz in den Himmel
Von Urs Keusch
Das sind die schönsten Wunder Gottes: Wenn in die Nacht, in die Verzweiflung, ja, in die Hölle eines Menschen das Licht der Liebe Gottes einbricht, machtvoll, ein Blitz aus heiterem Himmel, unverdient – reine Gnade.
Neulich kam ein Buch heraus, das eine solche Geschichte erzählt, die Geschichte von Dario Pizzano: 1974 geboren lebte er im Eichsfeld. Nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann war er Eventmanager und DJ. Eines Tages macht er eine überwältigende Gotteserfahrung, studiert daraufhin katholische Theologie und arbeitet heute in der Erwachsenenbildung. Was er mit Gott erlebt hat und was diesem Erlebnis vorausgegangen ist, schildert ein empfehlenswertes Buch, das sich besonders für junge Menschen eignet.
Dario Pizzanos Leben kennt lange nur die Extreme: Sex, Drugs und Rock’n Roll – ein Leben auf der Überholspur. Nach außen ist es glamourös, erfolgreich, doch eigentlich ist er immer nur auf der Suche nach dem nächsten Kick: „Ich wollte berühren, fühlen, Schmerz empfinden, Grenzen überschreiten, daher wohl meine Sucht nach Anerkennung, nach Sex und körperlichen Grenzerfahrungen. Musik durfte nicht leise sein, sie mußte bis zur Schmerzgrenze gehen, Alkohol saufen, bis der Arzt kommt... Ab in den Flieger, ab nach Mallorca, ab nach Ibiza, ab nach Napoli! Ab auf den nächsten Trip. Alkohol, Drogen. Partys. Frauen. Immer sollte es irgendwo noch heftiger sein.“
Am 28. November 2005 fährt Dario Pizzano mit dem Auto auf der Landstraße von Seeberg nach Hause. Da geschieht etwas, was vor ihm schon Paulus und andere Menschen erlebt haben: die Barmherzigkeit, die Gnade, den völlig unverdienten, überraschenden Einbruch der erbarmenden Liebe Gottes in sein Leben. Dario nennt es „Absturz in den Himmel“.
Er hält seinen Wagen an; was er damals erlebt hat, bringt er in dieses Gestammel:
„Vielleicht 20 Minuten lang: Wärme und Licht. Wärme und Licht. Liebe. Wärme und Licht. Liebe. Immer neu. Immer anders. Immer stärker. Nicht zu vergleichen mit Drogen. Keine Entfremdung. Kein Rausch. Ich bin ganz bei mir, bin bei mir, wie ich nie in meinem Leben bei mir war. Es ist ganz klar, ganz stark. Dieses Einströmen von etwas Wunderbarem. Meine innere Bitterkeit verfliegt, meine Härte zerbröselt, mein Eispanzer bricht innerhalb nur einer Sekunde. Ich heule mein ganzes Leben raus, den ganzen schrägen Film. Alle Schleusen gehen auf. Es ist so unglaublich, so unbeschreiblich schön. – Plötzliches Wissen, spontane Gewißheit: Es gibt Gott! Er sieht mich. Er ist da!“
Dario Pizzano schreibt sein Leben auf und legt uns nun in Buchform vor: Exzess. Meine zwei Leben. Er schreibt vor allem für seine jungen Freunde, „für Euch und für unsere ganze Generation, die wir gemeinsame Erfahrungen machten – mit unserer Sehnsucht nach Nähe und neuen Formen des Umgangs miteinander, mit Drogenexperimenten, mit Musik, die zu einem vollkommenen Ausdruck unseres Selbst wurde, mit wildem, wahllosen Sex und tastenden Suchereien nach Liebe und Angesehenwerden.“
Und er will ihnen vor Augen führen, was für ein unendliches Geschenk ihm Gottes barmherzige Liebe gemacht hat: „Ich bin heute ein Mensch, der sich wie neugeboren fühlt, weil er ein wärmendes Licht im Herzen spürt, das still und kraftvoll brennt und mir Kraft ohne Ende gibt. Wenn Ihr dieses Licht auf die Waagschale legt und auf die andere Seite alle sexuellen Abenteuer, alle Trips und alle euphorischen Zustände, die ich je in meinem Leben erfahren habe – und Ihr wißt alle: das waren eine Menge –, dann würde ich keine Sekunde zögern und nach dem Licht greifen.“ Gott ist tatsächlich der barmherzige Vater...
Was Dario Pizzano erlebt hat – diesen „Absturz in den Himmel“ –, das möchte Gott auch allen anderen Menschen schenken, denen es so oder ähnlich ergeht wie ihm, vor allem den jungen und verführten Menschen heute, die Opfer sind einer unaufhaltsamen Flut der Verunreinigung, des Gemeinen, des Dämonischen. „Ich bin heute ein Mensch, der sich wie neugeboren fühlt“, sagt Dario Pizzano von sich. Sich neugeboren zu fühlen, das ist vielleicht das tiefste Bedürfnis der menschlichen Seele. Immer suchen wir die verlorene Reinheit unseres Herzens wieder. Und wir finden sie nur, wenn der Erlöser auch in unser Totenreich hinabsteigt und uns seine eigene Reinheit und Heiligkeit schenkt.
Der normale Weg zu dieser Erfahrung ist für uns Christen das Sakrament der heiligen Beichte. Also ging Dario Pizzano zu einem Priester und sagt ihm: „ Mein Leben ist eine einzige Katastrophe.“ Er legt eine Lebensbeichte ab und macht die Erfahrung: „Gott zeigte sich mir in Wahrheit als der wahre Vergeber und Versöhner. Gott ist tatsächlich der barmherzige Vater, der mich ohne alle Bedingung annimmt und mir alle Schuld verzeiht, so daß sie wirklich aus der Welt ist.“
Aber damit war es nicht getan, wie Dario es sich erhofft hatte und wie viele Menschen glauben, die eine Bekehrung erlebt haben. Vielmehr beginnt nun ein steiler und steiniger Weg. Er schreibt: „Abstieg war angesagt – und ich wollte doch zu neuen Ufern aufbrechen, wollte nichts mehr wissen von allem, was hinter mir lag… Familienschuld wurde endlich aufgedeckt. Alle sind und waren Opfer und Täter in einem. Alle. Mein Vater war das Opfer seines Vaters. Meine Mutter das Opfer ihrer Mutter. Meine Schwester war das Opfer ihres Vaters. Und so weiter. Und weil wir Opfer waren und mit unserer Opferrolle nicht umgehen konnten, taten wir uns und anderen großes Leid an, wurden zu aktiven Tätern, die sich in diesem Pingpong des Irrsinns neue Opfer suchten…“
Es beginnt ein langer, schmerzhafter Weg der Aufarbeitung seiner Lebensgeschichte. Dario bittet die Menschen, an denen er schuldig geworden ist, um Vergebung. Den vollständigen Ausstieg aus seiner Drogen- und Tablettenabhängigkeit und aus seiner schweren Depression schafft er nicht ohne therapeutische Hilfe. Ja, er erfährt gerade in der Hilfe durch andere Menschen Gottes Fürsorge und Nähe.
Bedenkenswert ist auch, was Dario nach dieser heilenden Got?teserfahrung vom neuen Umgang mit seiner Geschlechtlichkeit sagt: „Die Veränderung meiner sexuellen Praxis und meiner sexuellen Einstellungen ist vielleicht der fühlbarste Unterschied zu früher. Ich ekle mich mittlerweile regelrecht vor Pornografie oder auch Selbstbefriedigung… Sexualität ist nur mit Liebe wirklich erfüllend. Voller Sex braucht die volle Liebe, der Rest ist vom Teufel. Was habe ich nur selbst erlebt und was habe ich an der Theke für Geschichten gehört von One-Night-Stands, Betrügereien und ihre Folgen!... Welch ein schreckliches Elend! Welch ein Preis für die schnelle Nummer! Das mache ich nie, nie mehr… Mit meiner Uta werde ich das erst haben, wenn ich vor dem Altar für immer ja zu ihr sage. Das ist für uns beide überhaupt nicht schwer. Wahre Liebe wartet. Das habe ich endlich kapiert.“
Nicht weniger erfrischend ist, was Dario Pizzano nun über die Familie schreibt, die er vorher als Einrichtung für Spießer gehalten hatte: „Die familiären Bindungen, die vorhandene oder fehlende Liebe, das geschenkte oder entzogene Vertrauen, sind das nicht die psychischen Bausteine, auf denen sich stabiles, gesundes, starkes Leben aufbaut? Liebe – das ist es doch, was die Menschen ihr Leben lang suchen. Das einzige Ziel, für das es sich zu leben lohnt. Der einzige authentische Antrieb. Liebe! Was ist eine intakte Familie? Die einzige Lebensform, so denke ich heute, in der wir einander gerecht werden können… Eine intakte, liebevolle Familie ist der wahre Nährboden für gesunde und selbstbewußte Menschen.“
Das Buch ist auch darum sehr empfehlenswert, weil heute nicht wenige junge, aber auch ältere Menschen ähnliche Erfahrungen machen wie er. Sie erleben unerwartet – meist in einer Lebenskrise – die liebevolle Wirklichkeit Gottes und machen dabei umwerfende Erfahrungen. Dann meinen leider viele, es sei nun alles getan, von jetzt an sei endloses Schweben angesagt. Doch dies erweist sich als Irrtum und führt bei vielen zur Entmutigung. Der hl. Franz von Sales sagt dazu: „Gewöhnlich geschieht Genesung des Leibes wie der Seele nur allmählich, Schritt für Schritt, von Stufe zu Stufe, mit großem Aufwand an Mühe und Zeit… Das Bemühen um Reinigung unserer Seele kann und soll nur mit unserem Leben ein Ende finden“. Auch zu diesem geduldigen und beharrlichen Weg möchte das Buch alle ermutigen, die mit ihrer Vergangenheit noch nicht fertig geworden sind. Sind wir das überhaupt je?
exzess. Meine zwei Leben. Von Dario Pizzano, Pattloch, 271 Seiten, 16,99 Euro
Dienstag, 1. Juni 2010
Besuch der Stattlichen Regelschule Konrad Hentrich
Hoch her ging es im Leben des Dario Pizzano, aus dem er bei einem Besuch am 10. März 2010 anlässlich der Herausgabe seines Buches „Exzess - meine zwei Leben“ erzählte.
Früher Highlife mit Partys, Frauen und Drogen verfiel er als Clubleiter nach und nach in schwere Depressionen, aus denen er durch seinen neu entdeckten Glauben fand.
In einer ungewöhnlichen Religionsstunde gab er den Schülern der Klassen 9 und 10 einen Tag vor dessen Erscheinen Einblicke in sein autobiografisches Werk.
Früher Highlife mit Partys, Frauen und Drogen verfiel er als Clubleiter nach und nach in schwere Depressionen, aus denen er durch seinen neu entdeckten Glauben fand.
In einer ungewöhnlichen Religionsstunde gab er den Schülern der Klassen 9 und 10 einen Tag vor dessen Erscheinen Einblicke in sein autobiografisches Werk.
Die anschließende Runde zeigte regen Diskussionsbedarf seitens der Schüler, die zum Teil durch Erstaunen über den Wertewandel Pizzanos gekennzeichnet war. |
Heute ist Herr Pizzano in der Jugend- und Erwachsenenbildung der Diözese Erfurt tätig und tritt in Workshops, auf Veranstaltungen und Vorträgen auf. |
Vortrag bei der Jugendvigil am 04.06.2010 im Stift Heiligenkreuz
Stift Heiligenkreuz lädt Dario Pizzano zu unserer JUGENDVIGIL ein. -
Die nächste Jugendvigil naht, wir werden wieder kräftig lobpreisen und beten. Und: Wir werden ein tolles Zeugnis hören. Jeder, der Dario Pizzano begegnet ist schwer beeindruckt, wir haben ihn von Deutschland hergeholt, damit er uns erzählt, wie er Gott begegnet ist. Wer schon mal was lesen will,
kann hier nachschauen. Sein Buch "Exzess" ist absolut fesselnd.
Lasst Euch überraschen! Wir laden wieder Jugendliche ab Firmung ein (wer noch nicht gefirmt ist: Anmeldung per E-Mail an P. Karl pkw@stift-heiligenkreuz.at)
Die nächste Jugendvigil naht, wir werden wieder kräftig lobpreisen und beten. Und: Wir werden ein tolles Zeugnis hören. Jeder, der Dario Pizzano begegnet ist schwer beeindruckt, wir haben ihn von Deutschland hergeholt, damit er uns erzählt, wie er Gott begegnet ist. Wer schon mal was lesen will,
Lasst Euch überraschen! Wir laden wieder Jugendliche ab Firmung ein (wer noch nicht gefirmt ist: Anmeldung per E-Mail an P. Karl pkw@stift-heiligenkreuz.at)
http://www.liborius.de/aktuell/aktu...ell/nahaufnahme-dario-pizzano.html
Video: Warum gehst Du zur Jugendvigil?
http://www.youtube.com/watch?v=Q56k9nhVH bc
- Stift Heiligenkreuz wurde 1133 vom heiligen Markgrafen Leopold von Österreich gestiftet und besteht seitdem ohne Unterbrechung. Heute leben in Stift Heiligenkreuz 80 Mönche, die durch Gebet, Stille und Arbeit ein großes Zeugnis des Glaubens geben. Stift Heiligenkreuz ist eines der lebendigsten Klöster Europas. Tausende Menschen erfahren in diesem Kloster Halt, Orientierung und Freude.
Donnerstag, 6. Mai 2010
Artikel im "Tag des Herrn" 06.05.2010
UZ: Premiere des ungewöhnlichen Buches „eXzess – Meine zwei Leben“
Heiligenstadt. Nein, abrechnen will der Autor nicht. Nicht mit seiner Vergangenheit, nicht mit Menschen, deren Wege er heute verlassen hat. Er ist kein „kleiner Franziskus vom Eichsfeld“, wie er von ehemaligen „Freunden“ mit ironischem Unterton bezeichnet wird. Und er erwartet auch nicht, dass ihm nun jeder auf die Schulter klopft und bekräftigt: „Dario, wir glauben Dir.“ Zu diesen Verneinungen steht der Autor Dario Pizzano. Er hat mit einem Theologiestudium begonnen; ist seit September 2009 als Regionalbeauftragter des Katholischen Bildungswerkes Erfurt für die Region Eichsfeld im Heiligenstädter Marcel-Callo-Haus tätig.
Sein im Frühjahr 2010 im Pattloch Verlag München erschienene Buch „eXzess – Meine zwei Leben“ schlug ein wie der sprichwörtliche Blitz. Der größte Saal des Jugend- und Erwachsenenbildungshauses reichte am Freitag, 23. April gerade noch so aus, den Menschen aus drei Generationen Platz zu bieten, die zur Buchpremiere gekommen waren. Zusätzliche Stühle wurden gebracht, die Teilnehmerzahl näherte sich der Zweihundert. Besucher, so Diakon Johann Freitag als einfühlsamer Moderator des Abends, die regelmäßig willkommen geheißen werden, andere, die ab und zu mal reinschauen oder jene, die eigens von weiter her angereist waren. Verlagsleiter und Herausgeber Bernhard Meuser aus München und Freunde Darios aus Augsburg kennen Lesungen mit einer überschaubaren Besucherzahl, beginnend im einstelligen Bereich. Was also ließ die Besucher zur Buchvorstellung strömen?
Sein im Frühjahr 2010 im Pattloch Verlag München erschienene Buch „eXzess – Meine zwei Leben“ schlug ein wie der sprichwörtliche Blitz. Der größte Saal des Jugend- und Erwachsenenbildungshauses reichte am Freitag, 23. April gerade noch so aus, den Menschen aus drei Generationen Platz zu bieten, die zur Buchpremiere gekommen waren. Zusätzliche Stühle wurden gebracht, die Teilnehmerzahl näherte sich der Zweihundert. Besucher, so Diakon Johann Freitag als einfühlsamer Moderator des Abends, die regelmäßig willkommen geheißen werden, andere, die ab und zu mal reinschauen oder jene, die eigens von weiter her angereist waren. Verlagsleiter und Herausgeber Bernhard Meuser aus München und Freunde Darios aus Augsburg kennen Lesungen mit einer überschaubaren Besucherzahl, beginnend im einstelligen Bereich. Was also ließ die Besucher zur Buchvorstellung strömen?
„Eine Wahnsinnsgeschichte“ steht auf dem Schutzumschlag zu lesen. Und das ist wirklich so. Doch wie kann jemand, geboren 1974, ein Buch über sein Leben, nein sogar über seine zwei Leben schreiben? Ist das nicht erst nach etlichen Lebensjahrzehnten sinnvoll? Nein.
Da schreibt ein Mensch, der innerlich völlig zerrissen und ausgebrannt war, den Vorhof zur Hölle bereits zu seinem festen Wohnsitz bestimmt hatte. Er schreibt ehrlich, ohne Schuldzuweisungen für andere. Bereitwillig und schonungslos lässt er die Leser teilhaben an seinem Achterbahn-Leben, das er eineinhalb Jahrzehnte lang lebte mit einer selbstgewählten Maske vorm Gesicht. Dario Pizzano, der erfolgreiche Musik- und Event-Manager, war der Strahlemann, der Macher, der ständige Gewinner, der Abenteurer und charmante Frauenverführer. Einer, der scheinbar auf der Sonnenseite des Lebens seinen angestammten Platz hatte, immer gut drauf war, dessen Erfolge wohl nie enden würden. Mehr und mehr rutscht er ab, in die Welt der Drogen, des Alkohols, kämpft gegen Einsamkeit, Krankheit, Depressionen. Seine Beziehungen zur Kirche: Taufe, später Kommunion. Nicht mehr und nicht weniger.
Am 28. November 2005 gegen 14:00 Uhr auf der Bundesstraße 27, in Niedersachsen, nicht sehr weit weg von Thüringen, vom Landkreis Eichsfeld, passiert dem Ausgeflippten etwas Unfassbares. Von der Wandlung des Saulus zum Paulus wird gesprochen oder geschrieben, vom Damaskuserlebnis, wenn eine solche Situation nur annähernd begreiflich gemacht werden soll. Dario Pizzano sagt dazu den schlichten Satz: „Ich bin gerade Gott begegnet.“ Sagt ihn und wird verstanden, weil Menschen ihn verstehen wollen. Niemand greift zum Telefon, damit der Durchgeknallte möglichst schnell in einer geschlossenen Anstalt verwahrt wird.
Im Buch, das in der Ich-Form geschrieben ist, gibt es Erinnerungen an jüngst Gewesenes, an Ereignisse in den Jahren 2005 bis 2009. Und es gibt Rückblenden, bis ins Jahr 1981. Sie alle gehen zu Herzen und unter die Haut. Die wunderbaren Musikdarbietungen von Mitgliedern der Eichsfelder Gruppe „diekenstiek“, Miriam Nentwich (Gesang) und Sven Tasch (Klavier) passten so recht zur Premiere eines ungewöhnlichen, lesenswerten Buches.
Montag, 3. Mai 2010
Buchtipp eXzess Meine zwei Leben
Eine Wahnsinnsgeschichte“ steht auf dem Schutzumschlag zu lesen. Und das ist wirklich so. Doch wie kann jemand, geboren 1974, ein Buch über sein Leben, nein sogar über seine zwei Leben schreiben? Ist das nicht erst dann sinnvoll, wenn ein Mensch schon auf etliche Lebensjahrzehnte blickt? Nein.
Das ist keine Rezension im klassischen Sinne. Dieses Buch zu rezensieren bedeutete für mich eine Ausnahmesituation und eine Herausforderung. Denn als ich den Autor kennen lernte, im Herbst 2009, war es geschrieben und angekündigt für das Frühjahr 2010. Es war also kein Erstlingswerk eines mir persönlich völlig Unbekannten. Ich saß einem Mann gegenüber, der im Dienst der katholischen Kirche steht und war zunächst der Meinung, da habe ein junger Mann den klassischen Weg eingeschlagen, der da lautet: Aufgewachsen im christlichen Elternhaus, noch während der Schulzeit die Entscheidung für eine kirchliche Laufbahn, Theologiestudium.
Dario Pizzano gab mir einen winzigen Einblick in das, was mich erwarten würde. Dann nahm ich dieses Buch zur Hand und wusste bereits auf den ersten Seiten: Darin kann niemand einfach nur mal so blättern. Da schreibt ein Mensch, der innerlich völlig zerrissen und ausgebrannt war, den Vorhof zur Hölle bereits zu seinem festen Wohnsitz bestimmt hatte. Er schreibt ehrlich, ohne Schuldzuweisungen für andere Menschen. Bereitwillig und schonungslos lässt er die Leser teilhaben an seinem Achterbahn-Leben, das er eineinhalb Jahrzehnte lang lebte mit einer selbstgewählten Maske vorm Gesicht. Sehr früh schon beginnt Dario an seiner Maske zu basteln, die er lange Jahre tragen wird; im gnadenlosen Alltag erschafft er sich eine Fantasiewelt. Als Rückzugsort, um das Leben zu ertragen. Irgendwie ist er auch stolz darauf und wird von Gleichaltrigen seiner großen Freiheit wegen beneidet. Doch mehr und mehr weicht der äußere Glanz einer bedrückenden inneren Leere. Dario, der erfolgreiche Musik- und Event-Manager, war der Strahlemann, der Macher, der ständige Gewinner, der Abenteurer und charmante Frauenverführer. Einer, der scheinbar auf der Sonnenseite des Lebens seinen angestammten Platz hatte, immer gut drauf war, dessen Erfolge wohl nie enden würden. Mehr und mehr rutscht er ab, in die Welt der Drogen, des Alkohols, kämpft gegen Einsamkeit, Krankheit, Depressionen. Nichts wirkt aufgesetzt oder unglaubhaft. Alles ist so lebendig und persönlich beschrieben, nicht eine Zeile ist unrealistisch, hölzern, schulmeisterhaft oder hoch gelehrt. In einem alles verschlingenden Strudel ringt ein Mensch um innere Ruhe und es ist lange Zeit ein Kampf gegen Windmühlenflügel.
Es mag jetzt sehr pathetisch klingen, ist aber schlicht die Wahrheit. Ich habe mich festgelesen im druckfrischen Buch, hab’ sogar mal das große Heulen gekriegt – nicht aus Verzweiflung, sondern erleichtert über die Richtungsänderung in Darios Leben, obwohl sich meine persönlichen Bindungen zur Kirche in – vorsichtig ausgedrückt – äußerst engen Grenzen halten. Zum ersten Mal konnte ich mir zumindest das vorstellen, was als Damaskuserlebnis bezeichnet wird: das (biblische) Aha-Erlebnis, das zur Umkehr, zur Wende führt. Die Begegnung mit Gott. Die Bibel und heute das Internet wissen: Der Christenverfolger Saulus hatte auf dem Weg von Tarsus nach Damaskus eine prägende Begegnung mit dem auferstandenen Christus. Das beeinflusste ihn so, dass er, heute noch in Form einer Redewendung existierend, sich vom Saulus zum (Apostel) Paulus wandelte. Im Buch, das in der Ich-Form geschrieben ist, gibt es Erinnerungen an jüngst Gewesenes, an Ereignisse in den Jahren 2005 bis 2009. Und es gibt Rückblenden, bis ins Jahr 1981. Sie alle gehen zu Herzen und unter die Haut. Zeigen, dass da ein verängstigtes Kind, auch noch im Erwachsenenalter, nur den einen großen Wunsch hat: geliebt, wahr- und angenommen zu werden.
Dario Pizzano begegnet Gott, als er wieder einmal ganz tief unten ist. Ich muss nicht wissen und auch nicht wissenschaftlich zu ergründen suchen, wie so etwas überhaupt „funktioniert“. Wichtig ist doch einzig und allein nur, dass „es“ passiert ist. Was mich mindestens ebenso berührt wie die Gottesbegegnung selbst ist jene, die unmittelbar danach stattfindet. Voller Sorge, jetzt könne gleich jemand zum Telefon greifen, damit der Durchgeknallte in einer geschlossenen Anstalt verwahrt wird, erlebt Dario das Gegenteil. Ihm wird geglaubt. Die beiden folgenden Sätze sind ebenso kurz wie unpathetisch und einprägsam: „Ich bin gerade Gott begegnet. Nach fast 30 Jahren in der Kälte.“ Immer wieder beeindruckend für mich sind Darios wirkliche, echte Freunde, die zu ihm halten.
Ich hätte den dringenden Wunsch verspürt, dem Autor gegenüber zu stehen, nicht etwa zu einem Pressegespräch, sondern den Menschen Dario kennen zu lernen, mit ihm zu reden „über Gott und die Welt“, würden wir uns noch nie getroffen haben. Hier meint es jemand ernst mit seinem religiösen Leben, steckt andere Menschen an mit seiner Fröhlichkeit und Herzlichkeit, gibt wohltuende Zuwendung ohne lästiges Missionieren-Wollen. Einer, zu dem ich mich, obwohl altersmäßig schon eine Generation weiter, jederzeit voll Vertrauen setzen und sagen kann: „Reden wir miteinander. Reden wir über Trauer und über Freude, über Schlechtes, über Gutes und Schönes in der Welt. Reden wir über das Leben. Und: Hören wir einander zu.“
Christine Bose
Dipl.-Journalistin
Dario Pizzano
eXzess Meine zwei Leben
271 S., Hardcover
ISBN 978-3-629-02242-4
Preis: 16.95 €
Pattloch Verlag München
Verlagsgruppe Droemer und Knaur München
www.pattloch.de
Das ist keine Rezension im klassischen Sinne. Dieses Buch zu rezensieren bedeutete für mich eine Ausnahmesituation und eine Herausforderung. Denn als ich den Autor kennen lernte, im Herbst 2009, war es geschrieben und angekündigt für das Frühjahr 2010. Es war also kein Erstlingswerk eines mir persönlich völlig Unbekannten. Ich saß einem Mann gegenüber, der im Dienst der katholischen Kirche steht und war zunächst der Meinung, da habe ein junger Mann den klassischen Weg eingeschlagen, der da lautet: Aufgewachsen im christlichen Elternhaus, noch während der Schulzeit die Entscheidung für eine kirchliche Laufbahn, Theologiestudium.
Dario Pizzano gab mir einen winzigen Einblick in das, was mich erwarten würde. Dann nahm ich dieses Buch zur Hand und wusste bereits auf den ersten Seiten: Darin kann niemand einfach nur mal so blättern. Da schreibt ein Mensch, der innerlich völlig zerrissen und ausgebrannt war, den Vorhof zur Hölle bereits zu seinem festen Wohnsitz bestimmt hatte. Er schreibt ehrlich, ohne Schuldzuweisungen für andere Menschen. Bereitwillig und schonungslos lässt er die Leser teilhaben an seinem Achterbahn-Leben, das er eineinhalb Jahrzehnte lang lebte mit einer selbstgewählten Maske vorm Gesicht. Sehr früh schon beginnt Dario an seiner Maske zu basteln, die er lange Jahre tragen wird; im gnadenlosen Alltag erschafft er sich eine Fantasiewelt. Als Rückzugsort, um das Leben zu ertragen. Irgendwie ist er auch stolz darauf und wird von Gleichaltrigen seiner großen Freiheit wegen beneidet. Doch mehr und mehr weicht der äußere Glanz einer bedrückenden inneren Leere. Dario, der erfolgreiche Musik- und Event-Manager, war der Strahlemann, der Macher, der ständige Gewinner, der Abenteurer und charmante Frauenverführer. Einer, der scheinbar auf der Sonnenseite des Lebens seinen angestammten Platz hatte, immer gut drauf war, dessen Erfolge wohl nie enden würden. Mehr und mehr rutscht er ab, in die Welt der Drogen, des Alkohols, kämpft gegen Einsamkeit, Krankheit, Depressionen. Nichts wirkt aufgesetzt oder unglaubhaft. Alles ist so lebendig und persönlich beschrieben, nicht eine Zeile ist unrealistisch, hölzern, schulmeisterhaft oder hoch gelehrt. In einem alles verschlingenden Strudel ringt ein Mensch um innere Ruhe und es ist lange Zeit ein Kampf gegen Windmühlenflügel.
Es mag jetzt sehr pathetisch klingen, ist aber schlicht die Wahrheit. Ich habe mich festgelesen im druckfrischen Buch, hab’ sogar mal das große Heulen gekriegt – nicht aus Verzweiflung, sondern erleichtert über die Richtungsänderung in Darios Leben, obwohl sich meine persönlichen Bindungen zur Kirche in – vorsichtig ausgedrückt – äußerst engen Grenzen halten. Zum ersten Mal konnte ich mir zumindest das vorstellen, was als Damaskuserlebnis bezeichnet wird: das (biblische) Aha-Erlebnis, das zur Umkehr, zur Wende führt. Die Begegnung mit Gott. Die Bibel und heute das Internet wissen: Der Christenverfolger Saulus hatte auf dem Weg von Tarsus nach Damaskus eine prägende Begegnung mit dem auferstandenen Christus. Das beeinflusste ihn so, dass er, heute noch in Form einer Redewendung existierend, sich vom Saulus zum (Apostel) Paulus wandelte. Im Buch, das in der Ich-Form geschrieben ist, gibt es Erinnerungen an jüngst Gewesenes, an Ereignisse in den Jahren 2005 bis 2009. Und es gibt Rückblenden, bis ins Jahr 1981. Sie alle gehen zu Herzen und unter die Haut. Zeigen, dass da ein verängstigtes Kind, auch noch im Erwachsenenalter, nur den einen großen Wunsch hat: geliebt, wahr- und angenommen zu werden.
Dario Pizzano begegnet Gott, als er wieder einmal ganz tief unten ist. Ich muss nicht wissen und auch nicht wissenschaftlich zu ergründen suchen, wie so etwas überhaupt „funktioniert“. Wichtig ist doch einzig und allein nur, dass „es“ passiert ist. Was mich mindestens ebenso berührt wie die Gottesbegegnung selbst ist jene, die unmittelbar danach stattfindet. Voller Sorge, jetzt könne gleich jemand zum Telefon greifen, damit der Durchgeknallte in einer geschlossenen Anstalt verwahrt wird, erlebt Dario das Gegenteil. Ihm wird geglaubt. Die beiden folgenden Sätze sind ebenso kurz wie unpathetisch und einprägsam: „Ich bin gerade Gott begegnet. Nach fast 30 Jahren in der Kälte.“ Immer wieder beeindruckend für mich sind Darios wirkliche, echte Freunde, die zu ihm halten.
Ich hätte den dringenden Wunsch verspürt, dem Autor gegenüber zu stehen, nicht etwa zu einem Pressegespräch, sondern den Menschen Dario kennen zu lernen, mit ihm zu reden „über Gott und die Welt“, würden wir uns noch nie getroffen haben. Hier meint es jemand ernst mit seinem religiösen Leben, steckt andere Menschen an mit seiner Fröhlichkeit und Herzlichkeit, gibt wohltuende Zuwendung ohne lästiges Missionieren-Wollen. Einer, zu dem ich mich, obwohl altersmäßig schon eine Generation weiter, jederzeit voll Vertrauen setzen und sagen kann: „Reden wir miteinander. Reden wir über Trauer und über Freude, über Schlechtes, über Gutes und Schönes in der Welt. Reden wir über das Leben. Und: Hören wir einander zu.“
Christine Bose
Dipl.-Journalistin
Dario Pizzano
eXzess Meine zwei Leben
271 S., Hardcover
ISBN 978-3-629-02242-4
Preis: 16.95 €
Pattloch Verlag München
Verlagsgruppe Droemer und Knaur München
www.pattloch.de
Donnerstag, 29. April 2010
Rezension bei indigo wolfsburg
Leben auf der Überholspur – mit Bleifuß! „Pizza" ist italienischer Eventmanager, DJ und ständig auf Treibjagd nach der nächsten Grenzerfahrung. Musik immer bis zum Anschlag, Sexbesessenheit, Suff, Drogen... Mehr als einmal rauscht er knapp am Zusammenbruch vorbei, bis ihm eines Tages ein spirituelles Licht aufgeht. „Als ich Gott erkannte, wurde ich Mensch", schreibt er, ohne dabei missionieren zu wollen. Nüchtern erklärt er, kein hängengebliebener Spinner oder Heiliger zu sein. So schreibt er sich seine turbulente Geschichte unbefangen von der Seele. Und gerade das macht die Qualität der Autobiografie aus.
Dario Pizzano
"eXzess-Meine zwei Leben"
Pattloch Verlag
Indigo Kultur Magazin
4 Pfeile
Benyamin Bahri
Dario Pizzano
"eXzess-Meine zwei Leben"
Pattloch Verlag
Indigo Kultur Magazin
4 Pfeile
Benyamin Bahri
Dienstag, 6. April 2010
Rezension "Die Tagespost" Ostersamstag 2010
Hardcover, 271 Seiten, 16.95 EUR
Marionette der eigenen Gier
Über ein aus den Fugen geratenes Leben und seine unerwartete Wendung
Das ist schon verrückt: Da behauptet jemand, ihm sei Gott begegnet. An einem bestimmten Tag, zu einer bestimmten Uhrzeit. So recht in Worte fassen könne er es nicht. Doch mit seinem bisherigen Leben habe er radikal gebrochen. Die Geschichte schreibt er auf – aus therapeutischen Gründen, weil sein erstes Leben ihn fast zerstört hat; er ist seelisch ausgebrannt.
Aus dem Report wird ein Buch. Seit Mitte März ist es im Handel: „Exzess. Meine zwei Leben“. Der Autor: Dario Pizzano, 35, geboren in Göttingen, aufgewachsen in Duderstadt im Eichsfeld. Mutter Deutsche, Vater Italiener. Es ist eine packende Geschichte, die dieser Deutschitaliener erzählt. Keine nette „Hallo Mister Gott“-Plauderei, sondern das schonungslose Bekenntnis eines Mannes, der bis zum Exzess gelebt hat – und plötzlich ein zweite Chance bekommt.
Dem Leser eröffnet er eine Welt der Gegensätze, Brüche und Widersprüche. Kindheit, Scheidung der Eltern, Jugend, Auflehnung, Sehnsüchte, Verwahrlosung, Sinnsuche, Verzweiflung, Erfolge und Abstürze: Jahrelang hat Dario Pizzano einen Musikclub geführt, ist erfolgreich und beliebt. Nach außen immer gut drauf, doch innen leer, von Ängsten und Depressionen geplagt. Liebe, Wärme, Geborgenheit kennt er nicht.
Die, die ihm all das geben sollten, konnten oder wollten es nicht. Das Kind verkümmert seelisch. Seine Not wird übersehen. Der Jugendliche greift zu Alkohol, Drogen, flüchtet sich schließlich in erste erotische Abenteuer. Er sucht der inneren Leere zu entfliehen – immer wieder, mit immer höheren Dosen. Alkohol, Drogen, Sex. So lange bis es nicht mehr geht und das kaum Fassbare geschieht: eine Gotteserfahrung. Aber davon später.
Rückblende, 90er Jahre, Duderstadt. Der Autor schreibt: „Der Music-Pub läuft. Eine Riesenzeit! Neue Droge. Neue Mucke. Neue Szene. Punk is dead. Techno & House are on. Ich komplettiere jetzt das Arsenal meiner Kicks, habe zum Haschisch, dem Alkohol, den Zigaretten und den Frauen noch einige neue Begleiter für mich gefunden: chemische Amphetamine und Kokain! Whoow, Amphetamine – einen Moment stockt mir der Atem, als ich das Tütchen Stoff in Händen halte, von dem mir jemand gesagt hat, es würde mich leistungsfähiger und selbstbewusst machen ohne Ende. Ich kann es kaum erwarten, mir das Zeug durch die Nase zu ziehen. Nur eine kleine, weiße Linie bin ich jetzt noch vom Paradies entfernt.“
Der Rausch gehört zum Alltag, die Sucht wird verdrängt, die Lüge Teil des Systems. Das Leben des Dario Pizzano ist bereits seit Jahrzehnten aus den Fugen. Er weiß es und will es doch nicht wissen. Zerrüttete Verhältnisse, zerstörte Kindheit: Die Eltern trennten sich früh, die Mutter hat weitere Partner. Eine Schwester wird geboren. Ihr Vater ist nicht der eigene, sondern ein anderer. Familie bleibt Illusion. Es folgt Umzug auf Umzug. Freundschaften mit anderen Kindern gehen wieder verloren, nichts hat wirklich Bestand. Gesellschaftliches Normalmaß, akzeptiert und propagiert: Erfinde dich selbst, probiere aus, entdecke dich neu – ein zynisches Spiel. Menschen gehen daran zugrunde. Der Zeitgeist gebiert Kälte.
Durch die Trennung der Eltern ist das kindliche Koordinatensystem nachhaltig gestört. Der leibliche Vater hat sich abgesetzt, die Mutter ist überfordert. Dario Pizzano: „Sie ist eine sehr starke, wenn auch tief unglückliche, Frau. Ich spüre das. Sie leidet unter der Trennung von meinem Vater, wie ich darunter leide. Sie ist wütend auf ihn. Ich höre von ihr, dass er jetzt eine andere Frau liebt. Das verletzt sie sehr. Die Tränen und die Wut meiner Mutter – ich möchte sie nicht hören und sehen. Ich weine dann auch immer viel. Er ist doch mein Vater. Sie ist meine Mutter. Warum sind sie nicht bei mir? Sie sollen sich nicht streiten. Warum sind wir nicht zusammen? Ich verstehe das alles nicht.“
Schließlich hält der Junge es nicht mehr aus. Mit dreizehn Jahren verlässt er die Mutter, geht zum Vater. Der will seinen Sohn aber nicht. Schließlich überlässt er dem Heranwachsenden eine leer stehende Dreizimmerwohnung – und sich selbst. Das Erstaunliche: Obwohl er allein zurechtkommen muss und trotz seiner inneren Leere, eines mehr und mehr ausschweifenden Lebensstils und etlicher Abstürze schafft Dario Pizzano Schulabschluss und Berufsausbildung.
Es sind die italienischen Großeltern die zunächst dem Kind, dann dem Jugendlichen und jungen Mann zumindest für Wochen „Wunder der Gewöhnlichkeit“ schenken, die Wärme und Zuwendung, den Halt einer Familie, fast alles, was er braucht. Aufs Jahr gesehen ist das zuwenig und doch noch viel. Umso ärger trifft den jungen Erwachsenen die Nachricht vom Tod des Großvaters. Es ist der Anfang vom Ende oder vielmehr der Beginn von etwas Neuem.
November 2005. Der Alltag ist so grau wie die vorherrschende Farbe. Dario Pizzano sitzt im Wagen, bereit alles loszulassen, das Lenkrad, sein Leben – und steuert stattdessen auf eine Erfahrung zu, die sich menschlicher Ratio entzieht. Er begegnet Gott: „Warum sich in meinem Mund plötzlich der Satz ‚Mein Gott, ich kann nicht mehr!‘ bildet, weiß ich nicht. Ich habe keinen Glauben. Und sage doch: ‚Mein Gott, ich kann einfach nicht mehr!‘ Da geschieht es. Ich fühle, dass JEMAND diesen Satz hört. Ich pralle zurück. Bin wie geschlagen. Körper, Seele, Geist – alles zugleich wird berührt. Ich zittere. Was ist das? Hilfe! Werde ich verrückt? Nein. Es ist keine Einbildung. Es ist wahr. Liebe, unfassbare Liebe durchdringt mich, ein Empfinden unendlicher Kraft und Sanftmut, ein so unfassbar starker Eindruck. Bringe den Wagen irgendwie zum Stehen, reiße den Schlüssel raus. Öffne die Fahrertür, wie um Luft zu schöpfen.“
Fazit: „Exzess – Meine zwei Leben“ ist ein schonungsloser, authentischer Bericht ein faszinierendes Buch. Wechselnde Zeitebenen schaffen Spannung. Die verblüffende Offenheit des Autors überzeugt. Der emotionalen Wucht und sprachlichen Dichte will man sich irgendwann nicht mehr entziehen. Die Lektüre fesselt. Wer Dario Pizzano liest, denkt unwillkürlich an den französischen Journalisten André Frossard. Sein Werk „Gott existiert. Ich bin ihm begegnet“ war in den 60er und 70er Jahren ein Bestseller. Ob „Exzess“ daran anknüpfen kann, bleibt abzuwarten. Doch gerade unter Jugendlichen dürfte das Buch viele Leser finden.
Montag, 22. März 2010
Interview VATICAN MAGAZIN Schönheit und Drama der Weltkirche HEFT 3, März 2010
VATICAN MAGAZIN Schönheit und Drama der Weltkirche HEFT 3, März 2010
Zur Veröffentlichung von "eXzess-Meine zwei Leben"
1. Guido Horst, Vatican Magazin:Können Sie kurz erklären, was Sie heute machen?
Gerne.Seit dem August 2009 arbeite ich im Obereichsfeld für das Bistum Erfurt in der christlichen Erwachsenenbildung. Dort organisiere und halte ich Vorträge und Lesungen in Gemeinden, Bildungshäusern, Schulen, Museen.Zudem moderiere ich Podiumsdiskussionen, welche den Dialog von Kirche und Gesellschaft anregen sollen.Es ist eine wirklich spannende Aufgabe,
die mir große Freude bereitet.
2. Guido Horst, Vatican Magazin: Ein vollkommen anderes Leben als früher?
Ja und Nein. Ja, denn im Grunde hat sich schon alles verändert. Ich darf heute meinen Kindern ein Vater sein, bereite ich mich auf eine christliche Ehe vor, meine Talente stehen im Dienst der Kirche, ich gehe häufig zur Messe und vor allem: ich lebe aus dem Gebet!
Nein, denn ich lebe wieder mitten in der Welt und rein äusserlich bin ich natürlich noch der selbe für die Menschen,ich habe viele Freunde aus alten Zeiten behalten dürfen. Sie verstehen zwar nicht alles, was ich heute mache, aber sie respektieren meinen Weg. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich lebe natürlich auch nicht ohne Probleme und Schwierigkeiten, doch habe ich heute eine ganz andere Gelassenheit und Gewissheit im Gepäck, nämlich die, das da jemand ist, der mich kennt, führt und mein Bestes will.
3. Guido Horst, Vatican Magazin: Wie reagieren die Menschen, wenn Sie von Ihrer Begegnung mit Gott berichten?
Unterschiedlich, wie Sie sich sicher vorstellen können. Natürlich ist es so, das ich seit dieser Begegnung, keinen Tag mehr ohne Ihn leben und denken kann.Das ist auch der Grund, warum ich sogar sehr häufig, ja täglich, mit Menschen über Gott und Jesus ins Gespräch komme. Viele Menschen sind sehr offen, interessiert, neugierig und auch überrascht. Nur sehr wenige lehnen das Gespräch oder Zeugnis komplett ab.
4. Guido Horst, Vatican Magazin: Vor diesem Erlebnis im November 2005 waren Sie doch eigentlich das, was man so einen "tollen Hecht" nennt. Trotzdem sprechen Sie in Ihrem Buch von der Dunkelheit und Traurigkeit dieser Zeit. Warum war das so?
Das ist nicht so leicht und kurz zu beantworten. Dafür habe ich das Buch geschrieben, um all' das selbst einordnen zu können. Das schlimmste war wohl die Angst vor dem Tod. Die schweren Depressionen.Die innere Leere.Die Sehnsucht nach Liebe.Vor allem aber hat mir Gott gefehlt. Der Gott, der die Liebe, die Wahrheit und der Sinn des Ganzen ist. Ich habe mein Leben lang nach etwas gesucht, habe mich stets in die Exzesse gestürzt, allein aus dem Grund, mich überhaupt zu spüren, kennen und verstehen zu lernen. Leider ist mir das nie gelungen. Weder mit Geld, Frauen, Drogen, Alkohol, Karriere, Ansehen- nichts davon hat mir die letzte Frage beantworten können-Wozu nur das Ganze? Gott in meinem Leben nicht zu kennen, bedeutete für mich an innerer Einsamkeit zu implodieren. Erst als ich ihm begegnen durfte, hat die schmerzhafte Suche ein Ende gefunden. Zu dieser Liebe, die da um mich warb, konnte ich nur eines sagen: ja, ich glaube Dir!
5. Guido Horst, Vatican Magazin:Lebt man heute in Deutschland in einer gottlosen Zeit?
Gottlose Zeit muss man vielleicht definieren.Was ist gottlos? Wenn Sie mit gottlos meinen, das Wahrheit heute gerne relativiert wird, Leben von Beginn bis Ende nicht mehr schützenswert erscheint, wenn Beziehungsunfähigkeit und Patchworkfamilien als normale "moderne Gesellschaft" erhoben werden, wenn wir allein der Wissenschaft und dem Fortschritt folgen wollen, dann leben wir hier in Deutschland wohl leider in einer gottlosen Zeit. Es ist schade, das viele Menschen Gott nicht kennen oder ihn gar abschaffen wollen. Ich spreche aus Erfahrung: ein Leben ohne Gott ist kein echtes Leben.
6. Guido Horst, Vatican Magazin:Angesichts der immer kleiner werdenden " Herde" der Gläubigen:Worauf setzen Sie ihre Hoffnung?
1.Auf die Sehnsucht!Bei aller Säkularisierung heute ist doch das geistige Suchen und die Sehnsucht der Menschen nach Wahrheit, Ehrlichkeit, Geborgenheit, Liebe und geistiger Orientierung so stark wie nie.Das erlebe ich in meiner Arbeit täglich. 2.Auf Netzwerke! Wir "kleine Herde" lernen uns aufgrund der verändernden Strukturen besser zu vernetzen, sowohl persönlich auch als auch im Gebet: das sprengt auch schon mal die konfessionellen Grenzen. 3.Auf Gott! Ich begegne auf meinem Weg so vielen Menschen, die eine persönliche, lebendige Beziehung zu Jesus geschenkt bekommen, auf ungewöhnlichen Weisen und Wegen ihrem Leben eine neue Richtung geben- das macht mir Mut! Offensichtlich hat Gott diese Welt immer noch nicht aufgegeben.
7. Guido Horst, Vatican Magazin: Nun sind sie der Kirche begegnet und kennen sie inzwischen auch von innen. Sind sie da manchmal enttäuscht?
Ganz ehrlich:nein. Natürlich habe ich zu Beginn idealistische Vorstellungen gehabt und schnell festgestellt, das es in der Kirche auch "menschelt".Aber ich übertreibe nicht, wenn ich sage, das ich in der Kirche den Ort der Freiheit gefunden habe,den ich immer gesucht habe.Ich treffe dort viele tolle Menschen, die versuchen mit dem Evangelium ernst zu machen. Ich begegegne dort aber vor allem dem, der meine Seele gerettet hat:Jesus!
8. Guido Horst, Vatican Magazin:Wie nehmen Sie von Thüringen aus Papst Benedikt wahr (der ja offensichtlich Überlegungen, das Eichsfeld zu besuchen, beiseite gelegt hat)?
Der Papst wird hier im katholisch geprägten Eichsfeld sehr geschätzt und es wäre sicher eine grosse Ehre gewesen, wenn wir ihn hier hätten begrüssen dürfen.Es gibt leider in Deutschland auch einige AntiPapstStimmen, die mich sehr traurig machen.Auf der anderen Seite sagt es nichts anderes, als das er als "Salz der Erde" noch eine ganze Menge Kraft hat. Ich persönlich empfinde es als ein riesengroßes Geschenk
unter diesem Papst leben zu dürfen und meinem Glaubenswegmit ihm begonnen zu haben. Ich verfolge alles sehr genau,was ersagt und lese alle seine Bücher.Er ist heute nach Jesus einer meiner grössten Lehrer.
Vielen Dank für das Gespräch.
Zur Veröffentlichung von "eXzess-Meine zwei Leben"
1. Guido Horst, Vatican Magazin:Können Sie kurz erklären, was Sie heute machen?
Gerne.Seit dem August 2009 arbeite ich im Obereichsfeld für das Bistum Erfurt in der christlichen Erwachsenenbildung. Dort organisiere und halte ich Vorträge und Lesungen in Gemeinden, Bildungshäusern, Schulen, Museen.Zudem moderiere ich Podiumsdiskussionen, welche den Dialog von Kirche und Gesellschaft anregen sollen.Es ist eine wirklich spannende Aufgabe,
die mir große Freude bereitet.
2. Guido Horst, Vatican Magazin: Ein vollkommen anderes Leben als früher?
Ja und Nein. Ja, denn im Grunde hat sich schon alles verändert. Ich darf heute meinen Kindern ein Vater sein, bereite ich mich auf eine christliche Ehe vor, meine Talente stehen im Dienst der Kirche, ich gehe häufig zur Messe und vor allem: ich lebe aus dem Gebet!
Nein, denn ich lebe wieder mitten in der Welt und rein äusserlich bin ich natürlich noch der selbe für die Menschen,ich habe viele Freunde aus alten Zeiten behalten dürfen. Sie verstehen zwar nicht alles, was ich heute mache, aber sie respektieren meinen Weg. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich lebe natürlich auch nicht ohne Probleme und Schwierigkeiten, doch habe ich heute eine ganz andere Gelassenheit und Gewissheit im Gepäck, nämlich die, das da jemand ist, der mich kennt, führt und mein Bestes will.
3. Guido Horst, Vatican Magazin: Wie reagieren die Menschen, wenn Sie von Ihrer Begegnung mit Gott berichten?
Unterschiedlich, wie Sie sich sicher vorstellen können. Natürlich ist es so, das ich seit dieser Begegnung, keinen Tag mehr ohne Ihn leben und denken kann.Das ist auch der Grund, warum ich sogar sehr häufig, ja täglich, mit Menschen über Gott und Jesus ins Gespräch komme. Viele Menschen sind sehr offen, interessiert, neugierig und auch überrascht. Nur sehr wenige lehnen das Gespräch oder Zeugnis komplett ab.
4. Guido Horst, Vatican Magazin: Vor diesem Erlebnis im November 2005 waren Sie doch eigentlich das, was man so einen "tollen Hecht" nennt. Trotzdem sprechen Sie in Ihrem Buch von der Dunkelheit und Traurigkeit dieser Zeit. Warum war das so?
Das ist nicht so leicht und kurz zu beantworten. Dafür habe ich das Buch geschrieben, um all' das selbst einordnen zu können. Das schlimmste war wohl die Angst vor dem Tod. Die schweren Depressionen.Die innere Leere.Die Sehnsucht nach Liebe.Vor allem aber hat mir Gott gefehlt. Der Gott, der die Liebe, die Wahrheit und der Sinn des Ganzen ist. Ich habe mein Leben lang nach etwas gesucht, habe mich stets in die Exzesse gestürzt, allein aus dem Grund, mich überhaupt zu spüren, kennen und verstehen zu lernen. Leider ist mir das nie gelungen. Weder mit Geld, Frauen, Drogen, Alkohol, Karriere, Ansehen- nichts davon hat mir die letzte Frage beantworten können-Wozu nur das Ganze? Gott in meinem Leben nicht zu kennen, bedeutete für mich an innerer Einsamkeit zu implodieren. Erst als ich ihm begegnen durfte, hat die schmerzhafte Suche ein Ende gefunden. Zu dieser Liebe, die da um mich warb, konnte ich nur eines sagen: ja, ich glaube Dir!
5. Guido Horst, Vatican Magazin:Lebt man heute in Deutschland in einer gottlosen Zeit?
Gottlose Zeit muss man vielleicht definieren.Was ist gottlos? Wenn Sie mit gottlos meinen, das Wahrheit heute gerne relativiert wird, Leben von Beginn bis Ende nicht mehr schützenswert erscheint, wenn Beziehungsunfähigkeit und Patchworkfamilien als normale "moderne Gesellschaft" erhoben werden, wenn wir allein der Wissenschaft und dem Fortschritt folgen wollen, dann leben wir hier in Deutschland wohl leider in einer gottlosen Zeit. Es ist schade, das viele Menschen Gott nicht kennen oder ihn gar abschaffen wollen. Ich spreche aus Erfahrung: ein Leben ohne Gott ist kein echtes Leben.
6. Guido Horst, Vatican Magazin:Angesichts der immer kleiner werdenden " Herde" der Gläubigen:Worauf setzen Sie ihre Hoffnung?
1.Auf die Sehnsucht!Bei aller Säkularisierung heute ist doch das geistige Suchen und die Sehnsucht der Menschen nach Wahrheit, Ehrlichkeit, Geborgenheit, Liebe und geistiger Orientierung so stark wie nie.Das erlebe ich in meiner Arbeit täglich. 2.Auf Netzwerke! Wir "kleine Herde" lernen uns aufgrund der verändernden Strukturen besser zu vernetzen, sowohl persönlich auch als auch im Gebet: das sprengt auch schon mal die konfessionellen Grenzen. 3.Auf Gott! Ich begegne auf meinem Weg so vielen Menschen, die eine persönliche, lebendige Beziehung zu Jesus geschenkt bekommen, auf ungewöhnlichen Weisen und Wegen ihrem Leben eine neue Richtung geben- das macht mir Mut! Offensichtlich hat Gott diese Welt immer noch nicht aufgegeben.
7. Guido Horst, Vatican Magazin: Nun sind sie der Kirche begegnet und kennen sie inzwischen auch von innen. Sind sie da manchmal enttäuscht?
Ganz ehrlich:nein. Natürlich habe ich zu Beginn idealistische Vorstellungen gehabt und schnell festgestellt, das es in der Kirche auch "menschelt".Aber ich übertreibe nicht, wenn ich sage, das ich in der Kirche den Ort der Freiheit gefunden habe,den ich immer gesucht habe.Ich treffe dort viele tolle Menschen, die versuchen mit dem Evangelium ernst zu machen. Ich begegegne dort aber vor allem dem, der meine Seele gerettet hat:Jesus!
8. Guido Horst, Vatican Magazin:Wie nehmen Sie von Thüringen aus Papst Benedikt wahr (der ja offensichtlich Überlegungen, das Eichsfeld zu besuchen, beiseite gelegt hat)?
Der Papst wird hier im katholisch geprägten Eichsfeld sehr geschätzt und es wäre sicher eine grosse Ehre gewesen, wenn wir ihn hier hätten begrüssen dürfen.Es gibt leider in Deutschland auch einige AntiPapstStimmen, die mich sehr traurig machen.Auf der anderen Seite sagt es nichts anderes, als das er als "Salz der Erde" noch eine ganze Menge Kraft hat. Ich persönlich empfinde es als ein riesengroßes Geschenk
unter diesem Papst leben zu dürfen und meinem Glaubenswegmit ihm begonnen zu haben. Ich verfolge alles sehr genau,was ersagt und lese alle seine Bücher.Er ist heute nach Jesus einer meiner grössten Lehrer.
Vielen Dank für das Gespräch.
Fastenpredigt Heiligenstadt
"Ein Mensch ohne Antwort des Himmels bleibt eine ungelöste Frage"
Herzlich möchte ich mich bei Vikar Gelfus für die Einladung zur heutigen Fastenpredigt bedanken.
Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,
1. Das Spiel
Kennen sie das Spiel "Das verrückte Labyrinth"?
Ein Spiel, 64 Karten liegen auf einem Brett, angeordnet zu einem Labyrinth aus Mauern und Steinen. Auf einigen Karten sind Symbole markiert; Schatztruhen, Edelsteine oder eine wertvolle Krone. Diese Ziele müssen die Spieler erreichen. Jedem Spieler werden einige dieser Ziele zugeteilt. Sie ziehen jeweils Karten, auf denen die Symbole noch einmal auftauchen und es gilt nun sich mit seiner Spielfigur aufzumachen diese Schätze im Labyrinth zu sammeln.
Es gibt jedoch eine kleine Gemeinheit. Das Labyrinth ist beweglich! Denn es gibt noch eine Karte, mit der jeder, der an der Reihe ist, die Mauern und Wege von außen verschieben kann. Und natürlich versucht der Gegenspieler auch sein eigenes Ziel zu erreichen.
Das heisst also, plötzlich steht man vor einer Wand, wo eben noch ein Weg war! Ständig muss man die Richtung wechseln, immer neue Versuche starten, neue Wege finden, und auch mal umkehren, wenn man in einer Sackgasse gelandet ist. Dann muss eine neue Taktik gefunden werden.
Ein verücktes Labyrinth eben.
Man kann dabei sehr schnell schon mal das Ziel, dass man zu erreichen versucht, aus den Augen verlieren. Die Geduld wird strapaziert und man könnte sich auch fragen, wozu eigentlich das Ganze? Der Schritt zur Verzweiflung ist nicht mehr weit, wenn kurz bevor das Ziel erreicht ist, sich wieder eine Mauer vor einen schiebt.
2. Das Leben
Liebe Schwestern, liebe Brüder, warum erzähle ich Ihnen von diesem Spiel?
Vielleicht kommt ihnen das ein oder andere daraus ja aus ihrem Leben bekannt vor? Ist dieses Spiel nicht ein wunderbares Bild für unser Leben? Wir rennen von hier nach dort, haben ein Ziel, wo wir unbedingt hin möchten und versuchen es unter allen Umständen zu erreichen. Doch dann werden die Wege auf einmal verstellt, neue müssen immer wieder gefunden werden. Plötzlich steht man in einer Sackgasse und muss wieder einen Weg hinaus suchen. Einige von uns verlieren dabei schon mal die Geduld oder auch die Orientierung.
Aber so ist unser Leben! Ein einziges Labyrinth möchte man manchmal sagen. Viele Wege und auch viele Ziele begegnen uns darin. Und immer sind wir unterwegs .
3. Das Ziel verloren
Doch was passiert, liebe Schwestern und liebe Brüder, wenn wir unterwegs unser Ziel auf einmal aus den Augen verlieren? Was passiert, wenn wir uns so sehr verirrt haben, dass wir ganz vergessen, wohin wir eigentlich unterwegs waren? Was passiert, wenn uns auf unserer Reise plötzlich andere, neue Ziele begegnen, von denen wir annehmen, dass es sich mehr lohnt diesen vorläufigen Zielen nachzujagen?
Oder was geschieht etwa, wenn wir Menschen durch das Labyrinth des Lebens irren, ohne überhaupt zu wissen, dass es ein Ziel darin gibt, dass dort etwas ist, was wir sogar suchen müssen?
Beim Brettspiel ist es wohl leicht diese Folgen vorherzusagen. Ohne zu wissen, wo man hin muss, würde man das Spiel wohl verlieren...
Doch heute hat man den Anschein, dass es vielen Menschen so geht. Sie kennen das Ziel des Lebens nicht mehr, verlieren es aus den Augen und irren oftmals scheinbar blind und hilflos umher.
Das ist dann ein Leben ohne ein letztes Ziel, eine Leben ohne Hoffnung auf Erfüllung, ein Leben ohne Anspruch auf Sinn. Denn Sinn heisst Richtung haben!
Ein Mensch ohne ein letztes Ziel, überfordert die Erde!
Denn er erwartet von ihr, die Erfüllung aller Sehnsüchte. Ein Traumurlaub in die Karibik. Eine Villa mit drei Schlafzimmern. Eine Musikanlage mit 2500 Watt. Eine ganze Menge Freunde. Ein knallrotes Auto mit 300 PS. Die Liebe seines Lebens. All das soll ihm ewiges Glück verschaffen. So ein Mensch erwartet von der Erde einfach alles.
Doch er wird immer wieder spüren - das ist es nicht! Seltsam - das ist einfach nicht das, was ich mir erhofft habe. Ich muss also weiter ziehen. Ich werde die Erfüllung schon finden.
Wie ist das eigentlich, ein Leben so ganz ohne Himmel? Ein Leben ohne Aussicht auf die Erfüllung von Gerechtigkeit, Vergebung und Glück am Ende unserer Zeit?
Ein Mensch ohne Aussicht auf diese ewige Hoffnung, ist ein trauriger Mensch.
Ein Mensch ohne Himmel überfordert sich selbst und seine Mitmenschen. Der Mensch ist und bleibt trotz der vielfältigen Angebote heute stets auf der Suche. Er sucht dieses und jenes, er strebt ständig nach Vereinigung und Erfüllung seiner Sehnsüchte.
Doch was schenkt ihm denn den wahren Sinn seines Lebens?
Viele sehen den Sinn ihres Lebens vielleicht in der Karriere, im eigenen Partner, den Hobbys oder auch im Weiterleben durch die Kinder - doch was ist mit ihm persönlich? Wo liegt der wahre Grund seines Daseins? Wozu ist er wirklich auf der Welt? Alle diese Fragen drängen sich immer wieder auf, besonders in schweren Situationen, im Leid, in Krankheit und auch bei dem Gedanken an den Tod. Diese ewigen Fragen sind es, die den Menschen überfordern, denn er hat keine Antwort darauf. Er verdrängt sie vielleicht oder er flüchtet in vorläufige Scheinantworten.
Ein Mensch ohne die Antwort des Himmels bleibt eine ungelöste Frage.
So viele Menschen erfahren das heute. Sie suchen, finden aber nicht. Sie funktionieren, leben aber nicht. Sie kommunizieren mit Technik, begegnen sich aber nicht. Sie haben Hunger und werden einfach nicht satt. Sie sehnen sich nach etwas, erfüllt aber wird es nicht.
Der Sinn des Lebens, das eigentliche Ziel, das es zu erreichen gilt, bleibt ihnen verborgen.
Aber liebe Schwestern, liebe Brüder, ist dieses Ziel wirklich so verborgen oder ist es nicht vielleicht doch möglich, dieses Ziel zu finden, es zumindest zu kennen?
Die Menschen fragen oft danach, antworten jedoch nur selten darauf!
Ja, genau - ich hab mich nicht versprochen, sie antworten nicht. Vielleicht sind sie ja selbst die Antwort. Vielleicht hat dieser Sinn des Lebens, diese Ziel, nach dem sie alle bewusst oder unbewusst suchen, schon längst einmal auf ihr Suchen geantwortet und wartet jetzt auf ihre Antwort!
"Du selbst bist die Antwort", so heisst ein Buch von C. S Lewis, meinem Lieblingschriftsteller.
Ist das nicht ein wunderbarer Gedanke? Wir selbst sind die Antwort! Wir sollten vielleicht nicht immer so viel fragen. Wir könnten vielleicht einmal antworten.
Wie kann das sein? Das Problem scheint zu sein, das wir von dem Fragesteller, dem, der um unsere Antwort wirbt, nicht mehr viel wissen. Er hat den Suchenden, Trauernden und Leidenden - er hat uns allen - bereits grundlegend geantwortet und uns überreich beschenkt!!
4. Mit dem Ziel beschenkt
Ja, das Ziel des Lebens wurde uns allen bereits geschenkt. Und dieses Geschenk, dass ist der Himmel.
Und Jesus kam, um uns davon zu erzählen.
Jesus ist das Geschenk des Himmels. Und Jesus wiederum schenkte uns den Himmel!
Wir haben es gerade in der Lesung gehört - Jesus sagt es uns damals wie heute "Euer Herz lasse sich nicht verwirren, glaubt an Gott und glaubt an mich"- er sagt uns, vertraut mir doch und vertraut auf Gott. "Ich gehe Euch einen Platz vorzubereiten" Eine Wohnung beim Vater, bei seinem und unserem Vater. Das klingt ganz wunderbar. Wer möchte nicht mit diesem liebevollen und gütigen Jesus zusammen sein am Ende der Tage? Das ist doch eine herrliche Zusage.
Eine Wohnung bei Gott ist also das Ziel des Lebens. Danach streben wir. Danach sehnen wir uns.
5. Der Weg zum Ziel
Aber wie nur ist das möglich? Wie können wir diesen Weg zu Gott, zum Vater finden? Wie kommen wir durch dieses verrückte Labyrinth, das sich Leben nennt?
Diese Frage des zweifelnden Thomas ist eine wichtige Frage für uns alle. Wie können wir den Weg zu diesem Vater und in diese Wohnung finden?
Jesus antwortet dem suchenden und zweifelnden Thomas damals und uns heute: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben - niemand kommt zum Vater außer durch mich.
Jesus hat uns also einen Weg durch das Labyrinth gewiesen. Er selbst ist dieser Weg. Wenn wir mit diesem Geheimnis, dass alle Gott nennen, Gemeinschaft haben wollen und eines Tages in einer seiner Wohnungen Platz finden möchten, so halten wir uns einfach an Jesus, sprechen ihn an und bitten ihn darum uns zu führen. Er wird uns ganz sicher nicht enttäuschen!!
"Ich werde Euch den Himmel vorbereiten", sagt Jesus. Doch auch auf Erden kann es bereits einen kleinen Vorgeschmack davon geben. Auch hier können wir schon Gemeinschaft mit Gott haben, und zwar im Glauben. Der Glaube - das ist der Vorhof des Himmels.
Denn der Himmel selbst ist gar kein Ort - er ist ein Zustand, die Gemeinschaft mit Gott, und das ist Gemeinschaft haben mit der Wahrheit.
Somit ist der Glaube ein kleiner, aber feiner Vorgeschmack auf den Himmel. Die ewige Gemeinschaft mit Gott das ist die Erfüllung all unserer Sehnsüchte und Träume, das ist das Aufdecken aller Irrtümer und auch Lügen. Am Ende der Lüge steht also die Wahrheit. Ein Leben in Fülle - Ewiges Leben voller Frieden, Gerechtigkeit, Vergebung und Glück.
Ja, seit dem die Welt mit Jesus beschenkt ist, sind wir durch ihn mit dem Himmel beschenkt. Durch Jesus ist uns der Himmel geöffnet, durch Jesus wissen wir wie Gott ist. Der Himmel hat in Jesus die Erde berührt und sich uns erklärt.
Und er sagt uns: erwartet Euer Glück nicht allein auf Erden. Das Leben ist wundervoll, zauberhaft, ein einzigartiges, einmaliges Geschenk für Euch, ja!
Doch bekommen wir auch von ihm gesagt gezeigt: Wir alle sind nur Pilger, Gast hier auf Erden.Wir alle wandern auf unterschiedlichen Wegen auf ein gemeinsames Ziel zu. Am Ende der Reise erwartet uns alle unsere Heimat. Heimat kommt von Geheimnis. Dieses Geheimnis, unsere Heimat ist Gott selbst.
Ist das nicht eine wunderbare Nachricht? Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es, so jubelt der Apostel Paulus in einem seiner Briefe an die Gemeinden. Wir kennen also nicht nur unser Ziel, sondern mit Jesus, dem Christus wurde uns sogar ein Weg dorthin gewiesen.
Liebe Schwestern und Brüder,
die Fastenzeit in diesem Jahr darf uns allen Einladung sein, einmal mehr in unserem Leben über das eigentliche Ziel unseres Lebens nachzudenken. Schauen wir auf Gott selbst und erwarten wir von ihm allein das, was er uns geben möchte. Sein Wille geschehe. So werden wir vielleicht zu Menschen, die mit dem Wissen um den Himmel leben und somit weder sich noch jemand anderen überfordern. Vielleicht dürfen wir die Fastenzeit auch als eine Zeit nutzen, in der wir uns um unseren Auftrag als mit dem Himmel beschenkte Menschen deutlich bewusster werden-ein Geschenk macht doch nur wirklich Freude, wenn man es miteinander teilt. Gehen wir also wieder hinaus in diese Welt und bieten den Menschen ohne Ziel, Menschen auf der Suche etwas grossartiges an: zeigen wir Ihnen den Himmel selbst, schlagen wir ihn wieder vor: den Glauben und die Freundschaft mit Jesus Christus.
In dem Spiel "Das Verrückte Labyrinth" verliere ich übrigends persönlich sehr oft. Vor allem gegen meine beiden klugen und geduldigen kleinen Kinder. Gerade meine siebenjährige Tochter Emily hat es mir am vergangenen Sonntag in wenigen Worten und Taten vorgemacht, wie herrlich fröhlich und klar man das als Kind noch sehen kann:als ich ihr den Weg versperrte, da zeigte sie sich einen Moment entrüstet, schlagartig aber hellte sich ihr Blick auf und sie sagte:"Na und Papa, da ist ja gar nicht schlimm-ich weiss ja trotzdem immer, wo ich hinmuss!" Das sollte uns vielleicht eine Beispiel sein. Jesus sagt:wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, dann könnt ihr das Himmelreich nicht erben!" Also nur Mut, kehren wir doch zum Vertrauen der Kindheit zurück, an dem wir eigentlich schon immer spürten, ja im Grunde unseres Herzens wussten- alles ist gut.
Amen.
Herzlich möchte ich mich bei Vikar Gelfus für die Einladung zur heutigen Fastenpredigt bedanken.
Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,
1. Das Spiel
Kennen sie das Spiel "Das verrückte Labyrinth"?
Ein Spiel, 64 Karten liegen auf einem Brett, angeordnet zu einem Labyrinth aus Mauern und Steinen. Auf einigen Karten sind Symbole markiert; Schatztruhen, Edelsteine oder eine wertvolle Krone. Diese Ziele müssen die Spieler erreichen. Jedem Spieler werden einige dieser Ziele zugeteilt. Sie ziehen jeweils Karten, auf denen die Symbole noch einmal auftauchen und es gilt nun sich mit seiner Spielfigur aufzumachen diese Schätze im Labyrinth zu sammeln.
Es gibt jedoch eine kleine Gemeinheit. Das Labyrinth ist beweglich! Denn es gibt noch eine Karte, mit der jeder, der an der Reihe ist, die Mauern und Wege von außen verschieben kann. Und natürlich versucht der Gegenspieler auch sein eigenes Ziel zu erreichen.
Das heisst also, plötzlich steht man vor einer Wand, wo eben noch ein Weg war! Ständig muss man die Richtung wechseln, immer neue Versuche starten, neue Wege finden, und auch mal umkehren, wenn man in einer Sackgasse gelandet ist. Dann muss eine neue Taktik gefunden werden.
Ein verücktes Labyrinth eben.
Man kann dabei sehr schnell schon mal das Ziel, dass man zu erreichen versucht, aus den Augen verlieren. Die Geduld wird strapaziert und man könnte sich auch fragen, wozu eigentlich das Ganze? Der Schritt zur Verzweiflung ist nicht mehr weit, wenn kurz bevor das Ziel erreicht ist, sich wieder eine Mauer vor einen schiebt.
2. Das Leben
Liebe Schwestern, liebe Brüder, warum erzähle ich Ihnen von diesem Spiel?
Vielleicht kommt ihnen das ein oder andere daraus ja aus ihrem Leben bekannt vor? Ist dieses Spiel nicht ein wunderbares Bild für unser Leben? Wir rennen von hier nach dort, haben ein Ziel, wo wir unbedingt hin möchten und versuchen es unter allen Umständen zu erreichen. Doch dann werden die Wege auf einmal verstellt, neue müssen immer wieder gefunden werden. Plötzlich steht man in einer Sackgasse und muss wieder einen Weg hinaus suchen. Einige von uns verlieren dabei schon mal die Geduld oder auch die Orientierung.
Aber so ist unser Leben! Ein einziges Labyrinth möchte man manchmal sagen. Viele Wege und auch viele Ziele begegnen uns darin. Und immer sind wir unterwegs .
3. Das Ziel verloren
Doch was passiert, liebe Schwestern und liebe Brüder, wenn wir unterwegs unser Ziel auf einmal aus den Augen verlieren? Was passiert, wenn wir uns so sehr verirrt haben, dass wir ganz vergessen, wohin wir eigentlich unterwegs waren? Was passiert, wenn uns auf unserer Reise plötzlich andere, neue Ziele begegnen, von denen wir annehmen, dass es sich mehr lohnt diesen vorläufigen Zielen nachzujagen?
Oder was geschieht etwa, wenn wir Menschen durch das Labyrinth des Lebens irren, ohne überhaupt zu wissen, dass es ein Ziel darin gibt, dass dort etwas ist, was wir sogar suchen müssen?
Beim Brettspiel ist es wohl leicht diese Folgen vorherzusagen. Ohne zu wissen, wo man hin muss, würde man das Spiel wohl verlieren...
Doch heute hat man den Anschein, dass es vielen Menschen so geht. Sie kennen das Ziel des Lebens nicht mehr, verlieren es aus den Augen und irren oftmals scheinbar blind und hilflos umher.
Das ist dann ein Leben ohne ein letztes Ziel, eine Leben ohne Hoffnung auf Erfüllung, ein Leben ohne Anspruch auf Sinn. Denn Sinn heisst Richtung haben!
Ein Mensch ohne ein letztes Ziel, überfordert die Erde!
Denn er erwartet von ihr, die Erfüllung aller Sehnsüchte. Ein Traumurlaub in die Karibik. Eine Villa mit drei Schlafzimmern. Eine Musikanlage mit 2500 Watt. Eine ganze Menge Freunde. Ein knallrotes Auto mit 300 PS. Die Liebe seines Lebens. All das soll ihm ewiges Glück verschaffen. So ein Mensch erwartet von der Erde einfach alles.
Doch er wird immer wieder spüren - das ist es nicht! Seltsam - das ist einfach nicht das, was ich mir erhofft habe. Ich muss also weiter ziehen. Ich werde die Erfüllung schon finden.
Wie ist das eigentlich, ein Leben so ganz ohne Himmel? Ein Leben ohne Aussicht auf die Erfüllung von Gerechtigkeit, Vergebung und Glück am Ende unserer Zeit?
Ein Mensch ohne Aussicht auf diese ewige Hoffnung, ist ein trauriger Mensch.
Ein Mensch ohne Himmel überfordert sich selbst und seine Mitmenschen. Der Mensch ist und bleibt trotz der vielfältigen Angebote heute stets auf der Suche. Er sucht dieses und jenes, er strebt ständig nach Vereinigung und Erfüllung seiner Sehnsüchte.
Doch was schenkt ihm denn den wahren Sinn seines Lebens?
Viele sehen den Sinn ihres Lebens vielleicht in der Karriere, im eigenen Partner, den Hobbys oder auch im Weiterleben durch die Kinder - doch was ist mit ihm persönlich? Wo liegt der wahre Grund seines Daseins? Wozu ist er wirklich auf der Welt? Alle diese Fragen drängen sich immer wieder auf, besonders in schweren Situationen, im Leid, in Krankheit und auch bei dem Gedanken an den Tod. Diese ewigen Fragen sind es, die den Menschen überfordern, denn er hat keine Antwort darauf. Er verdrängt sie vielleicht oder er flüchtet in vorläufige Scheinantworten.
Ein Mensch ohne die Antwort des Himmels bleibt eine ungelöste Frage.
So viele Menschen erfahren das heute. Sie suchen, finden aber nicht. Sie funktionieren, leben aber nicht. Sie kommunizieren mit Technik, begegnen sich aber nicht. Sie haben Hunger und werden einfach nicht satt. Sie sehnen sich nach etwas, erfüllt aber wird es nicht.
Der Sinn des Lebens, das eigentliche Ziel, das es zu erreichen gilt, bleibt ihnen verborgen.
Aber liebe Schwestern, liebe Brüder, ist dieses Ziel wirklich so verborgen oder ist es nicht vielleicht doch möglich, dieses Ziel zu finden, es zumindest zu kennen?
Die Menschen fragen oft danach, antworten jedoch nur selten darauf!
Ja, genau - ich hab mich nicht versprochen, sie antworten nicht. Vielleicht sind sie ja selbst die Antwort. Vielleicht hat dieser Sinn des Lebens, diese Ziel, nach dem sie alle bewusst oder unbewusst suchen, schon längst einmal auf ihr Suchen geantwortet und wartet jetzt auf ihre Antwort!
"Du selbst bist die Antwort", so heisst ein Buch von C. S Lewis, meinem Lieblingschriftsteller.
Ist das nicht ein wunderbarer Gedanke? Wir selbst sind die Antwort! Wir sollten vielleicht nicht immer so viel fragen. Wir könnten vielleicht einmal antworten.
Wie kann das sein? Das Problem scheint zu sein, das wir von dem Fragesteller, dem, der um unsere Antwort wirbt, nicht mehr viel wissen. Er hat den Suchenden, Trauernden und Leidenden - er hat uns allen - bereits grundlegend geantwortet und uns überreich beschenkt!!
4. Mit dem Ziel beschenkt
Ja, das Ziel des Lebens wurde uns allen bereits geschenkt. Und dieses Geschenk, dass ist der Himmel.
Und Jesus kam, um uns davon zu erzählen.
Jesus ist das Geschenk des Himmels. Und Jesus wiederum schenkte uns den Himmel!
Wir haben es gerade in der Lesung gehört - Jesus sagt es uns damals wie heute "Euer Herz lasse sich nicht verwirren, glaubt an Gott und glaubt an mich"- er sagt uns, vertraut mir doch und vertraut auf Gott. "Ich gehe Euch einen Platz vorzubereiten" Eine Wohnung beim Vater, bei seinem und unserem Vater. Das klingt ganz wunderbar. Wer möchte nicht mit diesem liebevollen und gütigen Jesus zusammen sein am Ende der Tage? Das ist doch eine herrliche Zusage.
Eine Wohnung bei Gott ist also das Ziel des Lebens. Danach streben wir. Danach sehnen wir uns.
5. Der Weg zum Ziel
Aber wie nur ist das möglich? Wie können wir diesen Weg zu Gott, zum Vater finden? Wie kommen wir durch dieses verrückte Labyrinth, das sich Leben nennt?
Diese Frage des zweifelnden Thomas ist eine wichtige Frage für uns alle. Wie können wir den Weg zu diesem Vater und in diese Wohnung finden?
Jesus antwortet dem suchenden und zweifelnden Thomas damals und uns heute: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben - niemand kommt zum Vater außer durch mich.
Jesus hat uns also einen Weg durch das Labyrinth gewiesen. Er selbst ist dieser Weg. Wenn wir mit diesem Geheimnis, dass alle Gott nennen, Gemeinschaft haben wollen und eines Tages in einer seiner Wohnungen Platz finden möchten, so halten wir uns einfach an Jesus, sprechen ihn an und bitten ihn darum uns zu führen. Er wird uns ganz sicher nicht enttäuschen!!
"Ich werde Euch den Himmel vorbereiten", sagt Jesus. Doch auch auf Erden kann es bereits einen kleinen Vorgeschmack davon geben. Auch hier können wir schon Gemeinschaft mit Gott haben, und zwar im Glauben. Der Glaube - das ist der Vorhof des Himmels.
Denn der Himmel selbst ist gar kein Ort - er ist ein Zustand, die Gemeinschaft mit Gott, und das ist Gemeinschaft haben mit der Wahrheit.
Somit ist der Glaube ein kleiner, aber feiner Vorgeschmack auf den Himmel. Die ewige Gemeinschaft mit Gott das ist die Erfüllung all unserer Sehnsüchte und Träume, das ist das Aufdecken aller Irrtümer und auch Lügen. Am Ende der Lüge steht also die Wahrheit. Ein Leben in Fülle - Ewiges Leben voller Frieden, Gerechtigkeit, Vergebung und Glück.
Ja, seit dem die Welt mit Jesus beschenkt ist, sind wir durch ihn mit dem Himmel beschenkt. Durch Jesus ist uns der Himmel geöffnet, durch Jesus wissen wir wie Gott ist. Der Himmel hat in Jesus die Erde berührt und sich uns erklärt.
Und er sagt uns: erwartet Euer Glück nicht allein auf Erden. Das Leben ist wundervoll, zauberhaft, ein einzigartiges, einmaliges Geschenk für Euch, ja!
Doch bekommen wir auch von ihm gesagt gezeigt: Wir alle sind nur Pilger, Gast hier auf Erden.Wir alle wandern auf unterschiedlichen Wegen auf ein gemeinsames Ziel zu. Am Ende der Reise erwartet uns alle unsere Heimat. Heimat kommt von Geheimnis. Dieses Geheimnis, unsere Heimat ist Gott selbst.
Ist das nicht eine wunderbare Nachricht? Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es, so jubelt der Apostel Paulus in einem seiner Briefe an die Gemeinden. Wir kennen also nicht nur unser Ziel, sondern mit Jesus, dem Christus wurde uns sogar ein Weg dorthin gewiesen.
Liebe Schwestern und Brüder,
die Fastenzeit in diesem Jahr darf uns allen Einladung sein, einmal mehr in unserem Leben über das eigentliche Ziel unseres Lebens nachzudenken. Schauen wir auf Gott selbst und erwarten wir von ihm allein das, was er uns geben möchte. Sein Wille geschehe. So werden wir vielleicht zu Menschen, die mit dem Wissen um den Himmel leben und somit weder sich noch jemand anderen überfordern. Vielleicht dürfen wir die Fastenzeit auch als eine Zeit nutzen, in der wir uns um unseren Auftrag als mit dem Himmel beschenkte Menschen deutlich bewusster werden-ein Geschenk macht doch nur wirklich Freude, wenn man es miteinander teilt. Gehen wir also wieder hinaus in diese Welt und bieten den Menschen ohne Ziel, Menschen auf der Suche etwas grossartiges an: zeigen wir Ihnen den Himmel selbst, schlagen wir ihn wieder vor: den Glauben und die Freundschaft mit Jesus Christus.
In dem Spiel "Das Verrückte Labyrinth" verliere ich übrigends persönlich sehr oft. Vor allem gegen meine beiden klugen und geduldigen kleinen Kinder. Gerade meine siebenjährige Tochter Emily hat es mir am vergangenen Sonntag in wenigen Worten und Taten vorgemacht, wie herrlich fröhlich und klar man das als Kind noch sehen kann:als ich ihr den Weg versperrte, da zeigte sie sich einen Moment entrüstet, schlagartig aber hellte sich ihr Blick auf und sie sagte:"Na und Papa, da ist ja gar nicht schlimm-ich weiss ja trotzdem immer, wo ich hinmuss!" Das sollte uns vielleicht eine Beispiel sein. Jesus sagt:wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, dann könnt ihr das Himmelreich nicht erben!" Also nur Mut, kehren wir doch zum Vertrauen der Kindheit zurück, an dem wir eigentlich schon immer spürten, ja im Grunde unseres Herzens wussten- alles ist gut.
Amen.
Predigt in Hamburg St. Ansgar 14.03.2010 Gleichnis zum verlorenen Sohn
Lieber Bruder,
ich möchte Dir zunächst sagen, dass ich Deine Wünsche und Gedanken ernst nehme, ja, das ich Sie sogar sehr gut verstehen kann. Bitte glaube mir das! Denn nichts anderes habe ich schließlich selbst einmal gedacht. Auch ich wollte damals, wie Du heute, herausspringen, heraus aus diesem langweiligen Leben mit unserem Vater. Ja, er ist ein gütiger Mann und doch wollte ich mehr...
Ich wollte alle Brücken hinter mir abreißen, wollte die Grenzen suchen, sie sodann überschreiten, ja, ich suchte das ganze Leben. Ich war gierig auf das Leben hinter diesem Horizont, gierig wie ein Tier auf Witterung. Ich kann Dir sagen, diese Welt da draußen - sie hat mich angezogen, mit all' ihren glitzernden, blinkenden und viel versprechenden Angeboten der grenzenlosen Freiheit – wo würde sie mich hinführen? - die Sehnsucht war unermesslich groß! Bitte glaube mir also, ich verstehe sehr gut, was gerade in Dir vorgeht.
Doch möchte ich Dir auch etwas anderes erzählen, möchte Dir auch sagen, was ich auf meiner Reise der grenzenlosen Suche entdeckt und erlebt habe: ich habe diese Welt gekostet, ich bin in all' den Jahren fern von unserem Vaterhaus meinen Wünschen und Sinnen gefolgt. Ich habe nächtelang gefeiert, habe unglaublich viele, schöne Frauen kennen gelernt, oh ja und der Alkohol und die Drogen in dieser Welt, sie waren mir ein ständiger Begleiter - sie lassen Dich mutiger werden, schenken Dir Selbstbewusstsein und eine tolle Hemmungslosigkeit.
Ich habe mich nicht mehr darum geschert, was andere sagen würden, geschweige denn, was Vater von mir denkt! Ich wollte mein Leben nun einmal genießen! Ich habe viel gearbeitet und mir große Autos gekauft, teure Anzüge getragen und die Menschen, sie haben mich bewundert für mein selbstbewusstes Auftreten. Die Frauen wurden immer mehr. Es war nicht ganz leicht, jeder das Gefühl zu geben, sie sei die einzige.
Das Lügen machte jedoch plötzlich Spaß, es war wie ein Spiel, in dem ich selbst der Spielleiter war. Es gab auch schon mal Tränen, einige fühlten sich ausgenutzt und betrogen. Was soll's. Es gibt so viele von ihnen. Ich lebe nur einmal, so dachte ich bei mir. Somit nehme ich mir doch auch nur, was mir zusteht in diesem kurzen Leben.
Doch irgendetwas stimmte nicht in dieser Welt. Egal was ich tat, ich spürte in ruhigen, ehrlichen Momenten oft einen seltsamen Stich, eine große Traurigkeit, die nichts von diesen Dingen der Welt besiegen konnte.
Diese wilde und scheinbar so freie Leben hinterließ in mir eine seltsame Leere. So begann ich nachzudenken.
Ich entdeckte plötzlich, das viele der Menschen genau so leben wie ich! In ihnen spiegelte sich das Leben wieder, welches ich gewählt hatte. Sie logen und betrogen sich und mich, sie setzten sich Masken auf, spielten Rollen und versuchten ebenfalls ihr eigenes Glück unter allen Umständen zu erreichen. Koste es, was es wolle.
Diese Erkenntnis, lieber Bruder, hat mich geschockt! Wo ist denn der wahre Weg, die Orientierung in diesem Labyrinth der Eigeninteressen, der Lügen und Süchte, wer gibt mir nur Halt, wenn ich abstürze und einmal nicht mehr so stark bin? Ich habe diesen Gedanken kaum zu Ende gedacht, lieber Bruder, da ist es schon geschehen. Meine Lügen wurden entdeckt, meine Frauen haben mich verlassen, meine Geld hatte ich verspekuliert und ich war plötzlich bettelarm. Obdachlos. Keiner meiner Wegbegleiter blieb nun stehen, niemand fragte mich, wie er mir helfen könne -nein- sie lebten einfach weiter in diesem Labyrinth der Zufälligkeiten und suchten weiter nach ihrem Glück. Plötzlich schauten sie auf mich herab.
Ich war völlig verzweifelt und da fiel er mir ein: VATER, unser Vater, der mir alle Freiheit schenkte und die ich nun so falsch verstanden hatte. Ich habe etwas entdeckt, lieber Bruder - die wahre Freiheit für uns heißt: mit dem Vater zu leben. Unser Vater ist Anfang und Ziel unseres Lebens. Der Vater ist die Wahrheit. Das Sein mit dem Vater, das bedeutet: das Sein mit der Wahrheit. Das ist der Himmel. Unsere Heimat ist der Himmel. Vater ist der Grund, warum wir überhaupt leben! Wir sind seine Kinder und so viele Menschen, die ich getroffen habe, suchen nach genau diesem unseren Vater. Es gibt viele, die ihn aufrichtig suchen. Es gibt aber auch viele, die gar nicht wissen, das sie ihn suchen müssen. Ich konnte nicht mehr: ich rannte los, rannte so schnell ich konnte, wollte zurück in seine Arme und zurück zu meiner Wahrheit.
Du hast es erlebt, lieber Bruder: wie hätte ich es auch nur erwarten dürfen, nach all dem was ich getan habe, dass der Vater mich noch einmal aufnimmt. Und was geschah: er rannte mir sogar entgegen, ließ dieses Fest für mich feiern. Was haben wir nur für einen liebevollen Vater?
Darum lieber Bruder, bitte glaube mir: ein Leben ohne Vater, ohne Wahrheit und Licht, ein Leben ohne Orientierung, eine Leben ohne Aussicht auf das Sein mit dem Vater, ist kein wahres und freies Leben.
Wenn Du gehen wirst, so möchte ich Dir nur sagen - halte die Verbindung zum Vater, bleibe stets im Kontakt mit ihm, schau auf ihn, wenn Du unsicher bist, was Du tun oder in welche Richtung Du gehen sollst -suche auch die Nähe unserer Geschwister, die ebenfalls mit unserem Vater verbunden sind - denn er ist ihr und unser aller tragendes und verlässliches Fundament.
Amen.
ich möchte Dir zunächst sagen, dass ich Deine Wünsche und Gedanken ernst nehme, ja, das ich Sie sogar sehr gut verstehen kann. Bitte glaube mir das! Denn nichts anderes habe ich schließlich selbst einmal gedacht. Auch ich wollte damals, wie Du heute, herausspringen, heraus aus diesem langweiligen Leben mit unserem Vater. Ja, er ist ein gütiger Mann und doch wollte ich mehr...
Ich wollte alle Brücken hinter mir abreißen, wollte die Grenzen suchen, sie sodann überschreiten, ja, ich suchte das ganze Leben. Ich war gierig auf das Leben hinter diesem Horizont, gierig wie ein Tier auf Witterung. Ich kann Dir sagen, diese Welt da draußen - sie hat mich angezogen, mit all' ihren glitzernden, blinkenden und viel versprechenden Angeboten der grenzenlosen Freiheit – wo würde sie mich hinführen? - die Sehnsucht war unermesslich groß! Bitte glaube mir also, ich verstehe sehr gut, was gerade in Dir vorgeht.
Doch möchte ich Dir auch etwas anderes erzählen, möchte Dir auch sagen, was ich auf meiner Reise der grenzenlosen Suche entdeckt und erlebt habe: ich habe diese Welt gekostet, ich bin in all' den Jahren fern von unserem Vaterhaus meinen Wünschen und Sinnen gefolgt. Ich habe nächtelang gefeiert, habe unglaublich viele, schöne Frauen kennen gelernt, oh ja und der Alkohol und die Drogen in dieser Welt, sie waren mir ein ständiger Begleiter - sie lassen Dich mutiger werden, schenken Dir Selbstbewusstsein und eine tolle Hemmungslosigkeit.
Ich habe mich nicht mehr darum geschert, was andere sagen würden, geschweige denn, was Vater von mir denkt! Ich wollte mein Leben nun einmal genießen! Ich habe viel gearbeitet und mir große Autos gekauft, teure Anzüge getragen und die Menschen, sie haben mich bewundert für mein selbstbewusstes Auftreten. Die Frauen wurden immer mehr. Es war nicht ganz leicht, jeder das Gefühl zu geben, sie sei die einzige.
Das Lügen machte jedoch plötzlich Spaß, es war wie ein Spiel, in dem ich selbst der Spielleiter war. Es gab auch schon mal Tränen, einige fühlten sich ausgenutzt und betrogen. Was soll's. Es gibt so viele von ihnen. Ich lebe nur einmal, so dachte ich bei mir. Somit nehme ich mir doch auch nur, was mir zusteht in diesem kurzen Leben.
Doch irgendetwas stimmte nicht in dieser Welt. Egal was ich tat, ich spürte in ruhigen, ehrlichen Momenten oft einen seltsamen Stich, eine große Traurigkeit, die nichts von diesen Dingen der Welt besiegen konnte.
Diese wilde und scheinbar so freie Leben hinterließ in mir eine seltsame Leere. So begann ich nachzudenken.
Ich entdeckte plötzlich, das viele der Menschen genau so leben wie ich! In ihnen spiegelte sich das Leben wieder, welches ich gewählt hatte. Sie logen und betrogen sich und mich, sie setzten sich Masken auf, spielten Rollen und versuchten ebenfalls ihr eigenes Glück unter allen Umständen zu erreichen. Koste es, was es wolle.
Diese Erkenntnis, lieber Bruder, hat mich geschockt! Wo ist denn der wahre Weg, die Orientierung in diesem Labyrinth der Eigeninteressen, der Lügen und Süchte, wer gibt mir nur Halt, wenn ich abstürze und einmal nicht mehr so stark bin? Ich habe diesen Gedanken kaum zu Ende gedacht, lieber Bruder, da ist es schon geschehen. Meine Lügen wurden entdeckt, meine Frauen haben mich verlassen, meine Geld hatte ich verspekuliert und ich war plötzlich bettelarm. Obdachlos. Keiner meiner Wegbegleiter blieb nun stehen, niemand fragte mich, wie er mir helfen könne -nein- sie lebten einfach weiter in diesem Labyrinth der Zufälligkeiten und suchten weiter nach ihrem Glück. Plötzlich schauten sie auf mich herab.
Ich war völlig verzweifelt und da fiel er mir ein: VATER, unser Vater, der mir alle Freiheit schenkte und die ich nun so falsch verstanden hatte. Ich habe etwas entdeckt, lieber Bruder - die wahre Freiheit für uns heißt: mit dem Vater zu leben. Unser Vater ist Anfang und Ziel unseres Lebens. Der Vater ist die Wahrheit. Das Sein mit dem Vater, das bedeutet: das Sein mit der Wahrheit. Das ist der Himmel. Unsere Heimat ist der Himmel. Vater ist der Grund, warum wir überhaupt leben! Wir sind seine Kinder und so viele Menschen, die ich getroffen habe, suchen nach genau diesem unseren Vater. Es gibt viele, die ihn aufrichtig suchen. Es gibt aber auch viele, die gar nicht wissen, das sie ihn suchen müssen. Ich konnte nicht mehr: ich rannte los, rannte so schnell ich konnte, wollte zurück in seine Arme und zurück zu meiner Wahrheit.
Du hast es erlebt, lieber Bruder: wie hätte ich es auch nur erwarten dürfen, nach all dem was ich getan habe, dass der Vater mich noch einmal aufnimmt. Und was geschah: er rannte mir sogar entgegen, ließ dieses Fest für mich feiern. Was haben wir nur für einen liebevollen Vater?
Darum lieber Bruder, bitte glaube mir: ein Leben ohne Vater, ohne Wahrheit und Licht, ein Leben ohne Orientierung, eine Leben ohne Aussicht auf das Sein mit dem Vater, ist kein wahres und freies Leben.
Wenn Du gehen wirst, so möchte ich Dir nur sagen - halte die Verbindung zum Vater, bleibe stets im Kontakt mit ihm, schau auf ihn, wenn Du unsicher bist, was Du tun oder in welche Richtung Du gehen sollst -suche auch die Nähe unserer Geschwister, die ebenfalls mit unserem Vater verbunden sind - denn er ist ihr und unser aller tragendes und verlässliches Fundament.
Amen.
Freitag, 22. Januar 2010
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Wenn keine Wahrheit existiert, wie kann es dann die Lüge geben?
Dario Pizzano
Wenn keine Wahrheit existiert, wie kann es dann die Lüge geben?
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Montag, 4. Januar 2010
Was für ein Geschenk...
Was für ein Geschenk... (Lk 3,15-16.21-22)
Kommenden Sonntag gedenkt die Kirche der Taufe des Herrn.Das Ereignis im Jordan ist das wohl bestbezeugte Geschehen im Leben von Jesus aus Nazareth.Alle vier Evangelien berichten uns Menschen von diesem außergewöhnlichem historischen Ereignis.Der Evangelist Lukas schreibt von der großen Sehnsucht des Volkes Israel,das mit Spannung auf den Messias,den Retter der Menschen hofft.Die Taufe des Johannes im Jordan ruft die Menschen zur Umkehr,zur Abkehr vom Bösen auf.Doch der Prophet macht dabei auch gleich deutlich,das nicht er es ist,auf den die Menschen hoffen:ich taufe Euch nur mit Wasser (Lk3,16).Er sagt,den ersten Schritt zur Umkehr,den könnt ihr selbst tun, doch den eigentlichen,entscheidenden und erlösenden Schritt,auf den ihr alle wartet, den kann nur Gott selbst schenken-es kommt aber einer, der ist stärker als ich..der wird Euch mit dem heiligen Geist und Feuer taufen(Lk 3,16).Und plötzlich steht er vor Johannes.Jesus aus Nazareth.Er hat sich in die Menschen seines Volkes eingereiht und lässt sich ebenfalls taufen.Während er betete öffnete sich der Himmel und der heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab und eine Stimme aus dem Himmel sprach:das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.(Lk 3,21-2)Was für ein Geschenk!Das ist der Moment, an dem die Schöpfung ihren dreifaltigen Gott erkennen kann.Der Vater spricht:das ist mein geliebter Sohn und sendet ihm den heiligen Geist.Das ist der Moment,an dem wir verstehen können,was wir Großartiges in der Taufe bekommen:es ist die Kindschaft Gottes.Ja,wir sind Kinder Gottes und bekommen von Gott den heiligen Geist geschenkt.Wir erhalten,wenn wir getauft werden,Anteil an Jesus Gottesverhältnis.Was für ein Geschenk!Das heißt,wir können durch den heiligen Geist,den Gott uns sendet,eine Beziehung zu ihm aufbauen.Eine Beziehung zum Himmel!Mit dem Himmel beschenkt,so lautet unser diesjähriges Bistumsmotto.Ja,so ist es.Gott hat uns seinen Sohn geschenkt,den,der den Himmel mit der Erde verbindet.Wer Anteil am Sohn hat,der hat schon heute Anteil am Himmel selbst.Der Himmel ist keine Abstraktion,die auf unser irdisches Leben folgt.Nein,Jesus selbst ist die mögliche Verbindung zu Gott,die uns schon hier auf Erden geschenkt ist und zum Ende unseres Lebens im Glauben vollendet wird.Romano Guardini hat einmal gesagt:der Mensch kann sich nicht selbst erlösen.Die Erlösung ist Gottes Werk.Der Mensch muss sie nur noch in Jesus annehmen.Ja,in der Tat-die Erlösung ist wahr geworden.Umkehr,das ist für uns Menschen selbst möglich.Durch die Abkehr vom Bösen.In der Hinwendung zum Guten.Die Erlösung ist Gottes Werk.Er hat sie erfüllt.In der Geburt seines Sohnes Jesus,die wir gerade an Weihnachten gefeiert haben.Er hat sie öffentlich beglaubigt,in der Taufe des Herrn am Jordan-sowie heute immer wieder neu an unseren Taufbecken.Was für ein Geschenk!Schenken wir Gott doch dafür auch mal wieder etwas: unseren Glauben!
Dario Pizzano
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