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Montag, 5. Dezember 2011

Eichsfeldforum mit Vortrag von Michael Ragg zur katholischen Kirche in der asiatischen Volksrepublik



Christentum bringt die Entwicklung Chinas voran                               



Heiligenstadt. Es gehört dazu, dass sich auch nach der Diskussion und dem offiziellen Ende einer Veranstaltung des Eichsfeldforums im Marcel-Callo-Haus, dem katholischen Jugend- und Erwachsenenbildungshaus, Interessenten an die Referenten wenden. Der Wunsch, ein kurzes Einzelgespräch zu führen und auf noch mehr Fragen eine profunde Antwort zu erhalten, war nach Michael Raggs Vortrag im November besonders groß. Reisen führen den Journalisten aus München nach China und Taiwan. Michael Ragg ist Radio- und Fernsehmoderator, Chefredakteur des katholischen Fernsehsenders K-TV, Organisator von Informationsveranstaltungen und Kongressen, Leiter der Agentur „Ragg’s Domspatz“, mit der „Domspatz-Soirée – Der christliche Salon in München“ als ständigem Treffpunkt zur Kulturförderung.  

In Heiligenstadt sprach er zum Thema „Kirche global – Katholische Kirche in der Volksrepublik China“, wobei sein mit Fotos illustrierter Vortrag auch Informationen zur in diesem asiatischen Land ebenfalls präsenten evangelischen Kirche enthielt. Die beiden christlichen Kirchen machen die gegenwärtig am schnellsten wachsenden Religionsgemeinschaften des Landes aus, dessen Menschen immer noch traumatisiert sind von den unvorstellbaren Schandtaten des kommunistischen Diktators Mao-Tse-tung (1893-1976), auf dessen Konto der Tod von 70 Millionen Menschen geht. Während seiner Herrschaft von 1949 bis 1976 hatte er sich die erzwungenen Kirchenaustritte, die Verfolgung religiöser Menschen und Intellektueller auf seine Fahnen geschrieben, bis hin zur physischen Vernichtung. Stichwort: Die Große Proletarische Kulturrevolution. Unter dem Gesichtspunkt, dass das Christentum als der Motor der Wissenschaft, Kultur und Bildung gilt, ist namentlich an den Universitäten eine wachsende Zuwendung zur katholischen, aber auch evangelischen Religion zu verzeichnen.

Andererseits wird als ein Massenphänomen verzeichnet, dass viele wenig begüterte Menschen, die sich Arztbesuche und Medizin nicht leisten können, Heilung im Christentum, im Gebet suchen. Äußerlich künden Kirchenneubauten von den Veränderungen. Gegenwärtig gebe es  – so Michael Ragg – landesweit eine große Wertediskussion, die sich besonders mit der dringenden Forderung nach mehr Nächstenliebe befasst. Denn während der Gedanke der Nächstenliebe in den chinesischen Familien präsent und selbstverständlich ist, mangelt es daran in der Gesellschaft. Hier seien, so der Gast aus München, die sozialen Verwerfungen riesig. „Unsere Gesellschaft ist so kalt geworden“, zitierte er die Meinung einer Chinesin.

Als ein Fazit unterstrich Michael Ragg, das Christentum bringe die Entwicklung in China voran, die Christen seien gewaltig auf dem Vormarsch. Im Vatikan ist eine China-Kommission tätig. Besonderes seit Papst Benedikt XVI. im Jahr 2007 den 24. Mai als Weltgebetstag für die Kirche in China nannte, der erstmals 2008 stattfand, fühlen sich dort die asiatischen Katholiken bestärkt. In Stadt und Land, sonntags und an Wochentagen, so erzählte der Journalist, habe er stets „volle Kirchen“ gesehen. Einen kleinen Unterschied zur katholischen und evangelischen Kirche in Deutschland konnten die Besucher im Marcel-Callo-Haus anhand eines Fotos registrieren: In China halten sich die Christen beim Beten des Vaterunser an den Händen.

Dipl. Journ. Christine Bose

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