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Montag, 28. Juni 2010

Kurzinterview:zu Dario Pizzano


Pater Simeon Wester, Subprior der Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz im Wienerwald, Österreich, kennt Dario Pizzano persönlich. Ihm hat der Autor seine Geschichte erzählt.


Gott beruft seit der Schöpfung der Welt Menschen, die dann bereit sind, diesem Anruf zu antworten; sie sind bereit auf Gott zu hören, mit ihm zu sprechen, sich ganz auf ihn einzulassen, ihm und seinen Weisungen zu folgen. Gott ist für den Glaubenden immer der Ersthandelnde, der aus Gnade und Erbarmen mit dem Menschen sich diesem in seiner Liebe offenbart. Gott ist ja nach eigener Aussage die Liebe. Er ist die Liebe, die alles an sich ziehen möchte, damit wir aus Selbstsucht und Egoismus befreit werden, und uns dem zuwenden, von dem wir ausgegangen sind und zu dem wir zurückkehren. Gott will, dass alle Menschen gerettet werden, und deshalb versucht er die Menschen auf verschiedene Weise mit seiner Liebe, seiner Schönheit, seiner Wahrheit zu konfrontieren. So erkennt der eine Mensch Gott immer tiefer in der Liebe zum Nächsten. Ein anderer wird durch die Schönheit der Natur oder der Kunst angesprochen, wieder ein anderer durch die Sehnsucht, die Wahrheit zu erkennen - alles Mittel und Wege, wie Gott ruft und beruft. Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass Menschen sich jahrelang dem Anruf Gottes verschließen, daß sie aber in der Tiefe der Seele eine Sehnsucht spüren, die sie nicht zur Ruhe kommen lässt. Manchmal verleugnen und bekämpfen die Menschen sogar das, was sie im Inneren schon längst ergriffen hat, was sie aber nicht wahr haben wollen, im Trotz versperren sie sich der Schönheit, der Wahrheit, dem Guten, sie wenden sich der Dunkelheit, den Mächten der Finsternis, dem Tod zu.


Wie ordnen Sie das, was Dario Pizzano passiert ist, ein?



Dario Pizzano hat sicherlich sehr dunkle Stunden erleben müssen, hat aber nie nachgelassen, nach dem zu suchen, was seinem Leben Frieden und Ruhe bringt. Dabei hat er alles Mögliche und Unmögliche ausprobiert, ist dadurch an den Abgrund seines Lebens geführt worden, und ist durch ein Gnadenmoment Gottes, dem er sich nicht verweigert hat, sondern das er liebend angenommen hat, in die Schicksalsgemeinschaft mit Christus eingetreten. Dario hat Gott gerufen, weil Gott ihn gerufen hat.


Ist eine solche Begegnung mit Gott vielleicht gar nicht so außergewöhnlich, gibt es sie häufiger?


Jede Berufung ist etwas Außergewöhnliches, weil Gott immer den einzelnen, einzigartigen Menschen ruft. Der Ruf an Dario ist in den äußeren Umständen sicher sehr markant, etwa wie beim heiligen Paulus vor Damaskus, aber Gott ruft immer wieder auch in dieser heftigen Art und Weise, vielleicht um den kleingläubigen Gewohnheitschristen oder den im Glauben Erstarrten ein Beispiel Seiner großen Liebe zu geben.


Was macht das mit einem Menschen?


Der Berufene, der die große Liebe Gottes erfahren hat, antwortet wie jeder wahrhaft Liebende mit Liebe, das heißt mit Hingabe seines Lebens an den Geliebten. Und er kann nicht aufhören, von dieser Liebe zu erzählen. Denn er war ja verloren und ist wieder gefunden worden.


Was muss ich tun, um Gott in meinem Leben begegnen zu können?


Der Glaube an Gott ist immer ein Geschenk Gottes selbst. Wenn ich die entscheidenden Fragen meines Lebens stelle, komme ich ständig an Grenzen, die Gott in seiner Liebe auflösen will. Wenn ich bereit bin, mich auf diese Liebe einzulassen. Wenn ich sagen kann: Herr, reiss mich heraus aus der Enge meines Lebens, Herr befreie mich - dann wird sich Gott der Herr nich verschließen.


für die "Stadt Gottes" Heft Juli
Interview: Judith Bornemann

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