Weltkirche im Eichsfeld-
Eichsfeldorum startet wieder
Eichsfeldorum startet wieder
„ Die Freude am Glauben wieder
entdecken“
Heiligenstadt.
„Ich hoffe, das ich Ihnen am Ende der
Veranstaltung alle Ihre Fragen beantworten kann und wir vielleicht
sogar gemeinsam etwas von der Kirche im Senegal lernen können.“ Das
Wintersemester des Eichsfeldforum startete am gestrigen Abend mit
einem Gastreferenten aus Aachen. Herr Werner Meyer zum Farwig ist
Gästekoordinator und stellvertretender Abteilungsleiter des
Internationalen päpstlichen Hilfswerk missio in Aachen und berichtete den
Eichsfelder Zuhörern vom Leben und Glauben der Kirche im Senegal,
dem diesjährigen Partnerland des Weltmissionsonntag. Der
Weltmissionsonntag ist die größte Solidaraktion der
Katholiken weltweit und unterstützt die 1000 ärmsten Diözesen der
Welt.
„Der Senegal ist ein Land voller
Gegensätze aber auch der friedlichen Koexistenz der Religionen. Die
Christen dort leben in einer Minderheit von 5 %, dem stehen 94 %
Muslime gegenüber.Der Dialog des Lebens, das Miteinander der
Glaubensgemeinschaften funktioniert dort in vorbildlicher Weise“ so
zum Farwig. Was sehr nachdenklich stimme, seien die Zahlen, die zum
Farwig den Zuhörern präsentierte, bei der eine sofort ins Auge
stach: das Durchschnittsalter im Senegal ist mit 15 Jahren gegenüber
den deutschen Zahlen( 43 Jahre) erheblich anders. Mangel an
nachfolgenden Generationen seien also nicht das Problem. Vielmehr
stehe das Land vor drei großen Herausforderungen: der Migration, der
Tradition der Genitalverstümmelung und dem Beibehalten des positiven
interreligiösen Dialog. Obwohl der Senegal ein relativ stabiles Land
sei, versuchen immer mehr junge Menschen nach Europa zu fliehen, da
sie in ihrem Land keine Perspektiven sehen, ihr Selbstwertgefühl
stark leide, da sie keinen Unterhalt zur Familie beitragen können.
Europa werde als Paradies idealisiert und so gehen die jungen
Menschen immer häufiger ein hohes Risiko ein, von denen viele die
gefährlichen Überfahrten auf dem Meer nicht überleben.
Auch die blutige und lebensgefährliche
Tradition der weiblichen Genitalverstümmelung sei ein großes
Problem, welche sich jedoch nicht in oberlehrerhafter Weise von
Europa aus verändern lasse, dafür braucht es ein
Vertrauensverhältnis zu den Menschen vor Ort und eine langsam
wachsende Bewusstseinsänderung. Genau da setze die katholische
Kirche und das Hilfswerk missio an. „Die Spendengelder fließen
stets in konkrete Projekte, für die Verbesserung der
Lebensverhältnisse, vor allem werde in die Ausbildung von
kirchlichen Mitarbeitern vor Ort investiert. Diese sollen befähigt
werden, dort inkulturiert zu wirken," so zum Farwig.
Die anschließende, lebendige
Diskussion führte am Ende zu einer letzten Frage eines Besuchers an
Werner Meyer zum Farwig: Was könne man denn nun hier für uns in
Europa von dieser Kirche besonders lernen? „Ich glaube, was wir
wirklich von Ihnen ganz neu lernen und wiederentdecken können, ist
diese Freude am Glauben. Es geht der Kirche materiell in vielerlei
Hinsicht schlechter als uns, die Minderheitensituation ist sicher
auch eine ganz spezielle-und doch, diese unbändige Freude der
Menschen am Glauben, die hat mich dort sehr beeindruckt.“ pd

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