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Freitag, 16. September 2011

„ Die Freude am Glauben wieder entdecken“

Weltkirche im Eichsfeld-
Eichsfeldorum startet wieder                                                

„ Die Freude am Glauben wieder entdecken“

Heiligenstadt.

„Ich hoffe, das ich Ihnen am Ende der Veranstaltung alle Ihre Fragen beantworten kann und wir vielleicht sogar gemeinsam etwas von der Kirche im Senegal lernen können.“ Das Wintersemester des Eichsfeldforum startete am gestrigen Abend mit einem Gastreferenten aus Aachen. Herr Werner Meyer zum Farwig ist Gästekoordinator und stellvertretender Abteilungsleiter des Internationalen päpstlichen Hilfswerk missio in Aachen und berichtete den Eichsfelder Zuhörern vom Leben und Glauben der Kirche im Senegal, dem diesjährigen Partnerland des Weltmissionsonntag. Der Weltmissionsonntag ist die größte Solidaraktion der Katholiken weltweit und unterstützt die 1000 ärmsten Diözesen der Welt.

„Der Senegal ist ein Land voller Gegensätze aber auch der friedlichen Koexistenz der Religionen. Die Christen dort leben in einer Minderheit von 5 %, dem stehen 94 % Muslime gegenüber.Der Dialog des Lebens, das Miteinander der Glaubensgemeinschaften funktioniert dort in vorbildlicher Weise“ so zum Farwig. Was sehr nachdenklich stimme, seien die Zahlen, die zum Farwig den Zuhörern präsentierte, bei der eine sofort ins Auge stach: das Durchschnittsalter im Senegal ist mit 15 Jahren gegenüber den deutschen Zahlen( 43 Jahre) erheblich anders. Mangel an nachfolgenden Generationen seien also nicht das Problem. Vielmehr stehe das Land vor drei großen Herausforderungen: der Migration, der Tradition der Genitalverstümmelung und dem Beibehalten des positiven interreligiösen Dialog. Obwohl der Senegal ein relativ stabiles Land sei, versuchen immer mehr junge Menschen nach Europa zu fliehen, da sie in ihrem Land keine Perspektiven sehen, ihr Selbstwertgefühl stark leide, da sie keinen Unterhalt zur Familie beitragen können. Europa werde als Paradies idealisiert und so gehen die jungen Menschen immer häufiger ein hohes Risiko ein, von denen viele die gefährlichen Überfahrten auf dem Meer nicht überleben.

Auch die blutige und lebensgefährliche Tradition der weiblichen Genitalverstümmelung sei ein großes Problem, welche sich jedoch nicht in oberlehrerhafter Weise von Europa aus verändern lasse, dafür braucht es ein Vertrauensverhältnis zu den Menschen vor Ort und eine langsam wachsende Bewusstseinsänderung. Genau da setze die katholische Kirche und das Hilfswerk missio an. „Die Spendengelder fließen stets in konkrete Projekte, für die Verbesserung der Lebensverhältnisse, vor allem werde in die Ausbildung von kirchlichen Mitarbeitern vor Ort investiert. Diese sollen befähigt werden, dort inkulturiert zu wirken," so zum Farwig.

Die anschließende, lebendige Diskussion führte am Ende zu einer letzten Frage eines Besuchers an Werner Meyer zum Farwig: Was könne man denn nun hier für uns in Europa von dieser Kirche besonders lernen? „Ich glaube, was wir wirklich von Ihnen ganz neu lernen und wiederentdecken können, ist diese Freude am Glauben. Es geht der Kirche materiell in vielerlei Hinsicht schlechter als uns, die Minderheitensituation ist sicher auch eine ganz spezielle-und doch, diese unbändige Freude der Menschen am Glauben, die hat mich dort sehr beeindruckt.“                     pd
                                                                                                                                           

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